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110 Jahre Costa Karras
von stephan hutt
Die Familie Karras hat Grund zum Feiern - "110 Jahre Costa". Dieses biblische Alter wird der Waldau-Gastronom vermutlich nicht erreichen, seinen 70. Geburtstag sehr wohl. Den verbrachte er am Samstag, den 10. Januar im Kreise seiner Familie. Aber das war's noch nicht mit dem Feiern. "40 Jahre Luftbad" steht an, aber das hat Constantin Karras, den alle nur "Costa" nennen, aus persönlichen Gründen ein paar Monate aufgeschoben. Aufgehoben ist das allerdings nicht, aber der grüne Grieche "muss noch ein bisschen überlegen, wie das ablaufen soll".
Wer auf die Zeiten zurückblicken kann, als im Luftbad-Biergarten noch auf Rasen und unter Bäumen bewirtet wurde, der erinnert sich auch noch an einen jungen schwarzhaarigen Studenten, der im Service schneller und zuverlässiger war, als es die Deutsche Bahn je sein wird. Daran hat sich nicht viel geändert, nur die schwarzen Locken sind halt nicht mehr so schwarz. Costa Karras ein alter, weißer Mann? Von wegen. Der Luftbad-Chef profitiert von seiner langjährigen Erfahrung, beobachtet aber in den Sommermonaten nach wie vor rege und akribisch das Geschehen, wenn fast alle Plätze in Degerlochs größtem und schönstem Biergarten belegt sind. Dass der Hausherr dann manchmal etwas angespannt ist, verstehen zwar seine Stammgäste - der ein oder andere Besucher fühlt sich aber schon mal auf den Schlips getreten. Costa muss man mögen, oder sein Bier wo anders genießen.
Gastronomie war schon früh der Traum des jungen Griechen. Und diesen Traum hat er bereits im Jahr 1978 als Student der Lebensmitteltechnologie gelebt - als Kellner im Restaurant Luftbad auf der Waldau. "Im Dezember 1985 übernahmen meine Frau Anastasia und ich das Lokal mit 120 Plätzen und dem damals noch etwas kleineren Biergarten", blickt der Luftbad-Chef zurück. Schritt für Schritt wurde in Eigenregie saniert, ausgebaut und die Außenfläche vergrößert. "Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten" - diese Weisheit stammt zwar nicht von Costa sondern von dem griechischen Philosophen Aristoteles. Es ist aber für den leidenschaftlichen Gastronomen Motivation und Berufung zugleich.
Seit 40 Jahren verwöhnen Costa und seine Frau Anastasia, die in der Küche die Zügel in der Hand hält, ihre Gäste mit vorwiegend griechischen Spezialitäten wie Bifteki, Suzukakia, Gyros oder Lammhäxle. Nicht zu vergessen das Tsatsiki, das so manche Gäste für das Beste ever halten. Besonders stolz sind die beiden, für die ihr Sohn Pedro seit vielen Jahren zu einem wichtigen Partner geworden ist, auf den gepflegten Biergarten mit den 340 Plätzen zwischen einem bunten Blumenmix und griechischen Skulpturen. Gäste aus nah und fern, darunter auch bekannte Persönlichkeiten wie Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper und der Degerlocher Unternehmer Eduardo Garcia genießen immer wieder das besondere Ambiente im Schatten des Fernsehturms. 40 Jahre "Der Grieche im Grünen" - diese Geschichte muss einfach weitergehen.





