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Ein Mann für alles
von stephan hutt
Eigentlich ist der SV Hoffeld der Verein in Degerloch. Zumindest seit der 1886 aus der Taufe gehobene SV Degerloch der Neugründung des tus Stuttgart im Jahr 1974 geopfert wurde. Auch wenn der Verein von der Hohen Eiche auf den Namen unseres Stadtbezirkes von Beginn an verzichtet hat, so beinhaltet er schon allein von der Mitgliederstruktur reichlich Degerloch-DNA. Reger Zuschauerandrang herrschte früher, wenn in der Fußball-Kreisklasse das Lokalderby SV Hoffeld gegen SV Degerloch auf dem Spielplan stand. "Das war dann Blau gegen Rot und es ging immer heiß her", erinnert sich Rolf Reihle, der die Kämpfe um die örtliche Vorherrschaft als Aktiver des legendären SVD noch miterlebte.
Laut den Zielen des neuen Hoffeld-Vorsitzenden will der Verein die unterste Kreisklasse möglichst schnell verlassen. "Wir wollen den Fußball zukünftig wieder mehr als Leistungssport betreiben", sagt Reinhold Kneißl und verschweigt nicht, dass die Bezirksliga das längerfristige Ziel ist. Der 69-Jährige hat die Nachfolge von Götz Bräuer angetreten, der sich nach sechsjähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl stellte. Bezirksbeiratssprecher der CDU-Fraktion, Vorstand des CDU-Ortsvereins, Vorsitzender des Fördervereins Alte Scheuer, Vorstand des Gewerbe- und Handelsvereins Degerloch, Familie und berufliche Selbstständigkeit - das wurde auch für einen Ehrenamtler wie Bräuer zu viel. Letztendlich hat er gemerkt, dass er die damit verbundenen Erwartungen nicht mehr rundum zufriedenstellend erfüllen konnte.
Nachfolger Reinhold Kneißl bringt gute Voraussetzungen mit, den Aufgaben als Vorsitzender gerecht zu werden: Bankkaufmann mit IT-Erfahrung, beruflicher Ruhestand, lange Vereinsangehörigkeit mit verschiedenen Ämtern und ein klarer Plan für die Ausrichtung des Vereins. "Ich war als Betreuer in der Jugend tätig, Trainer des Frauenteams, Leiter der Geschäftsstelle und bin seit 20 Jahren im Vorstand", sagt der neue Hoffeld-Chef. Ein Mann für alles eben, der allerdings verschweigt, dass er nebenbei auch noch als Platzwart agierte. Zusammen mit seinem Bruder Norbert als Stellvertreter sowie Kassiererin Franziska Sandbrink und Bobby Haußer als weiteres Vorstandsmitglied wird er die kommenden Aufgaben angehen. "Aber zukünftig nicht mehr für alles, denn wir werden uns neu aufstellen. Was Struktur und Strategie betrifft, werde ich mein Wissen einbringen", bemerkt Kneißl.
Ganz wichtig ist dem Hoffelder, dass sein Verein mit 1380 Mitgliedern und 12 Abteilungen mittelfristig Co2-neutral agiert. Tennis- und Fußballplätze wurden bereits mit LED-Lampen ausgestattet, auf dem Dach des Clubhauses sorgt eine 100 Quadratmeter-Photovoltaik-Anlage für Strom, außerdem wurde ein Co2-freies solarthermisches Heizungssystem angebracht. "Insgesamt sind wir gut aufgestellt und haben keine großen Baustellen", betont der neue Vorsitzende, der sich als bisheriger "Mann für alles" zukünftig auf etwas weniger konzentrieren wird.
SV Hoffeld
Blick in die Vergangenheit
1951: Gründung Sportverein Hoffeld
1970: Einweihung neues Vereinsheim
1974: Einweihung Rasenplatz
1983: Anmeldung erste Damen-Mannschaft
1997: Übernahme Rasenplatz der Post SG
2001: 50-jähriges Jubiläum
2005: Einweihung Erweiterungsbau
2007: Inbetriebnahme Photovoltaikanlage
2019: Fertigstellung Kunstrasenplatz
Blick in die Zukunft
2026: 75-jähriges Jubiläum

