extra-Beiträge
Aus allem das Beste gemacht
von stephan hutt
Sternzeichen Stier - dazu zählen alle, die zwischen dem 21. April und 20. Mai geboren sind. Typisch für Stiere sind angeblich ihre ausgeprägte Willensstärke und die Tatsache, dass sie sich von nichts so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Ob Stress oder Chaos, der Stier verschafft sich erstmal einen Überblick, denkt über die beste Lösung nach und arbeitet die Dinge dann nach und nach ab. Sagt man so!
Auf jeden Fall trifft das auf Gustl Rörich zu, der am Montag, den 8. Mai vor 70 Jahren das Licht der Welt erblickte. Seither hat der gebürtige Winterbächer mit Unterstützung seiner Frau Brigitte viel weggeschafft und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht einmal dann, als er sich im März 2014 beim Brennholz-Schlagen vier Finger abhackte. "Meine Hand geriet in den Holzspalter, nur der Daumen blieb dran. Ich rief den Notdienst und sammelte die Finger wieder ein. Nur den kleinen konnte ich nicht wieder finden", blickt der gelernte Metzgermeister und langjährige Gastronom zurück. In einer 14-stündigen Operation im Marienhospital wurden drei Finger wieder angenäht - und Rörich hatte auch nach der Narkose trotz Schmerzen noch die Ruhe weg: "War halb so schlimm, ich bin ja Linkshänder und hab zwei fleißige Söhne."
Eigentlich sind's ja drei, aber der Dritte verwehrte sich der familiären Gastro-Berufsehre und erlernte das Schreiner-Handwerk. Dass seine Brüder eifrige Schaffer sind, ermöglichte dem Senior und früheren Frontman den kontinuierlichen Rückzug aus dem Rörich-Gastro-Unternehmen. Die Geschäftsführung und das Tagesgeschäft des Kickers-Clubrestaurants hat er schon bald nach der Übernahme im Jahr 2002 an seinen Sohn Frank übergeben. Den Ochsen in Neuhausen, aus dem sie sich im Juli 2016 zurückzogen, führte dessen Bruder Jochen. Und weil auch dieser Rörich ein ganz Fleißiger ist, hat ihm Papa Gustl die Geschäftsführung des Jägerhauses in Esslingen sowie des dortigen Hotels am Berg übertragen.
"Man muss aus allem das Beste machen", lautet einer der Grundsätze des Geburtstagskindes. Gemacht, getan. Rörich senior zog sich Schritt für Schritt aus dem Tagesgeschäft der Familien-Unternehmen zurück, hat aber weiterhin alles genauso exakt im Visier wie bei seinem Hobby, wenn er mit dem Fernglas das Wild auflauert, das dann in den Kochtöpfen seiner Lokale zubereitet wird. Immer mit auf der Jagd ist Ingo, der seinem Herrchen viel Freude bereitet. Der kleine Dackel ist aber manchmal auch unvorsichtig, was ihm eine schwere Operation einbrachte, als er von einem Auto überfahren wurde. Mit viel Ruhe rappelte sich Klein-Ingo wieder ins Leben zurück und ist seinem Herrchen nicht nur ein treuer Dackel, sondern auf Jägers Fährten auch ein wichtiger Partner.
Viel gschafft und rechtzeidig losglassa - so könnte man Gustl Rörichs aktive Berufslaufbahn auf den Punkt bringen. "Du musst die Jungen frühzeitig nach vorne lassen, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen", sagt der Familien-Senior, der einst mit der Stadion-Gaststätte neben der VfB-Spielstätte und der Bewirtung der ersten Open Airs auf dem Cannstatter Wasen für Gesprächsstoff sorgte. Es folgte der Aufstieg zu den Blauen nach Degerloch und reichlich Engagement vor Ort. Bewirtung der Maimärkte, Jazz-Frühschoppen, Marktplatz-Feste, Blaumeisen-Parties sowie Hot Summer Nights und Kabarett-Veranstaltungen im Kickers-Clubrestaurant. Beruflich lief der Gustl lange Zeit auf Hochtouren, bis die Liebe zur Jagd immer stärker wurde. Wie bereits erwähnt, Stiere denken eben immer über die beste Lösung nach. Herzlichen Glückwunsch Herr Rörich zum 70.!

