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Quo vadis GHV?
Die Beteiligung am aktuellen Stuttgarter Bürgerhaushalt bestätigt, was unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger am meisten beschäftigt: die Verkehrsberuhigung für Degerloch und speziell der Epplestraße sowie ein Radweg im Königsträßle. Themen, die auch der Gewerbe- und Handelsverein Degerloch (GHV) auf der Agenda hat.
"Schönberg fühlt sich uns zugehörig. Umwege nach Degerloch sind umwelttechnisch wesentlich problematischer, als das Königsträßle bei Tempo 40 für den Autoverkehr offenzuhalten", sagt der GHV-Ehrenvorsitzende Rolf Armbruster (Bild) zu den Prüfungen der Stadt, die Verbindung in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Dagegen wehrt sich auch der Bürgerverein Schönberg. "Wie bekannt ist, verfügt unser Stadtteil über keine Infrastruktur für die Nahversorgung und über keine Ladengeschäfte. Aus diesem Grund sind unsere Bürgerinnen und Bürger auf das Versorgungsangebot in Degerloch angewiesen. Der Schönberg darf nicht noch mehr isoliert werden", betont Veit Mathauer, Vorsitzender des dortigen Bürgervereins.
Diese Einschätzung teilt auch Rolf Armbruster: "Auswärtige Kundschaft ist für den örtlichen Einzelhandel von elementarer Bedeutung." Die Umsetzung des Verkehrskonzeptes für Degerloch, das der GHV im Jahr 2018 gemeinsam mit der CDU, den Grünen und dem Bezirksbeirat entwickelte, ist ein weiteres Anliegen, das den Verein beschäftigt. Damit soll die Epplestraße vom Verkehr entlastet, der Durchgangsverkehr reduziert und das Einkaufen durch Shared Space attraktiver werden. Eine weitere wichtige Forderung des GHV ist der Erhalt der Parkplätze in der Felix-Dahn-Straße nach der geplanten Neubebauung - das hat Armbruster bei einem Treffen mit OB Frank Nopper und Baubürgermeister Peter Pätzold klar formuliert.
Bei der GHV-Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 26. April im Kickers-Clubrestaurant werden diese Projekte sicherlich ein Thema sein, ebenso wie die zukünftige personelle Ausrichtung des Vereins. Einige aus dem bisherigen Vorstand und Hauptausschuss werden ausscheiden, voraussichtlich jene, deren Präsenz und Einsatz sehr übersichtlich war. Da es wahrscheinlich auch weiterhin keinen Ersten und Zweiten Vorsitzenden geben wird, engagiert sich Rolf Armbruster, der sein Architekturbüro zum Jahresbeginn an einen Mitarbeiter übergeben hat, zukünftig wieder etwas intensiver für den GHV, dessen Vorsitzender er von 2000 bis 2013 war.
Unterstützung könnte er neben weiterhin aktiven Mitgliedern der beiden Vereinsgremien auch durch neue Gesichter finden. Mit Hans-Martin Ehmann, Unternehmensberater und ehemaliger Kirchengemeinderat sowie Guido Arnold, Ex-Jugendleiter der Stuttgarter Kickers, haben zwei kompetente und ideenreiche Degerlocher Interesse an einer Mitarbeit signalisiert. Unabhängig davon wird die Mitgliederversammlung ein Zeichen setzen in Bezug auf das zuletzt nachlassende, aber auch zukünftige ehrenamtliche Engagement im Verein. "Quo vadis GHV"? Julian Keller

