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Hilfsbereit und aufgeschlossen
von stephan hutt
Die Versöhnungskirche am Rande von Degerloch wurde am 27. November 1960 eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt war Andreas Maurer (Bild) noch weit weg davon, in dem Gotteshaus am Waldesrand auf der Waldau die Kanzel zu besteigen und für seine Gemeindemitglieder zu predigen. Es dauerte noch über 40 Jahre bis der Geistliche, der in Degerloch aufwuchs und später in Tübingen und Hamburg Theologie studierte, in der Versöhnungskirche begann. Zu jenem Zeitpunkt war der Prozess der Veränderungen in der Evangelischen Kirchengemeinde Degerloch mit der Fusion von Michael- und Heilig-Geist-Kirche in vollem Gange.
Die Zeit von Pfarrer Andreas Maurer, der nach dem Abitur als Nachtportier im SI-Centrum arbeitete, geht in Degerloch nun zu Ende. Am Sonntag, den 30. Juli wird er in der Versöhnungskirche im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet. "Mit Sekt und Selters und Schnittchen", sagt Hans-Martin Ehmann, der die Verabschiedung, bei der Weggenossen von Maurer zu Wort kommen, moderieren wird. Ehmann als ehemaliger Kirchengemeinderatsvorsitzender und neuerdings wieder Mitglied des Gremiums und Maurer waren immer ein eingespieltes Duo, das sich blendend verstand und gut harmonierte.
Das ist auch mit ein Grund, warum viele ihre Veranstaltungen in der Versöhnungskirche durchführten. "Ich bin selten so einem hilfsbereiten Menschen begegnet wie Pfarrer Maurer. Seine Aufgeschlossenheit unserem Chor gegenüber war immer sehr wohltuend", sagt Fritz Wolter, der bis vor kurzem noch 1. Vorsitzender des International Choir of Stuttgart war, der regelmäßig seine Sommer- und Weihnachtskonzerte unter der Obhut von Andreas Maurer in der Versöhnungskirche durchführte - und das auch weiterhin tun wird.
Musicalsänger Hannes Staffler, der das erste Kirchenkonzert seines Projektes "Two Souls - Musical meets Rock" noch in der Michaelskirche durchführte, fühlt sich seit vielen Jahren mit seinem Künstler-Ensemble in der Versöhnungskirche durch die Betreuung Maurer/Ehmann bestens unterstützt und hat nur lobende Worte: "Mit den beiden zusammenzuarbeiten hat immer Spaß gemacht, da werden kleine Probleme schnell und einfach gelöst."
Wie es weiter geht mit der Versöhnungskirche und den Pfarrstellen in Degerloch wird sich zeigen und dabei könnte der Name Maurer wieder ins Spiel kommen. "Auch in Ruhestand getretene Pfarrer dürfen Gottesdienste abhalten, um Kollegen zu ersetzen oder zu entlasten", sagt der 65-Jährige Vater von drei Kindern, der bald seine Wohnung im Pfarrhaus in der Löwenstraße räumen wird und dann nach Sonnenberg übersiedelt. Zu seinem Abschied nach über 20 Jahren in Degerloch passt die Aussage eines Gemeindemitgliedes: "Wenn unsere Kirchen solche Sympathiewerte hätten wie Pfarrer Maurer, würden ihnen nicht die Mitglieder scharenweise davonlaufen." Dem entgegnet Andreas Maurer: "Religionslos ist unsere Gesellschaft nicht geworden, auch nicht religionsverachtend. Die Kultur hat sich verändert und die Menschen sind spirituell auf der Suche."
Abschiedsgottesdienst
Andreas Maurer
Sonntag, 30.7. - 10 Uhr
Versöhnungskirche
Moderation Hans-Martin-Ehmann
Mit Sekt, Selters und Schnittchen

