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Kein klassischer Dorfladen
von julian keller
Wolfgang Gröll (Bild) ist Unternehmensberater und hat seit 1990 mit der Begleitung der Gründungsphase und dem Betrieb von Bürger- und Dorfläden Erfahrungen gesammelt. Er unterstützt Initiativen und Arbeitskreisen von der Gründungsbegleitung bis zur "Schwarzen Null" und auf Wunsch auch darüber hinaus. Am Dienstag, den 28.10. ist er wieder im Hoffeld vor Ort, um mit der Projektgruppe die Dorfladen-Idee weiterzuentwickeln.
degerloch.info: Hallo Herr Gröll, die Auftakt-Veranstaltung betreffend Dorfladen im Hoffeld war ja mit etwa 120 Gästen sehr gut besucht. Wie lautet Ihr Fazit dieses Abends?
Gröll: Insgesamt war die Stimmung sehr gut. In der Regel wurden Verständnisfragen gestellt.
degerloch.info: Einen Dorfladen auf die Beine zu stellen, ist ja nicht einfach. Wie beurteilen Sie die Chance, dass das Projekt in der Ex-Hoffelder Bäckerei in die Gänge kommt?
Gröll: Es haben sich spontan zahlreiche Bürger für den Arbeitskreis gemeldet. Die ersten Termine werden bereits abgestimmt. Die Chancen stehen daher sehr gut.
degerloch.info: Oder anders gefragt, wie sehen Sie die Möglichkeiten, dass der Dorfladen auch realisiert wird?
Gröll: Entscheidend werden die finanziellen Zusagen der Bürger sein. Die werden nun über eine Bürgerbefragung erhoben.
degerloch.info: Es gibt ja verschiedene Modelle wie klassischer Dorfladen, 24/7 personalfrei oder Hybrid-Dorfläden. Welches Modell würden Sie der Nachbarschaftswerkstatt Hoffeld empfehlen?
Gröll: Zunächst stellen wir fest, dass es in Hoffeld keinen "klassischen" Dorfladen geben wird. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln erfolgt ja bereits schon am Standort über den Frischkauf. Der Schwerpunkt wird eher auf Backwaren, Cistro (Café und Bistro in einem) sowie Fleisch- und Wurstwaren sein. Eine kleine Hybridlösung kann daher auch durchaus mit integriert werden. Der Schwerpunkt wird jedoch auf dem persönlichen Kontakt zu den Kunden sein.
degerloch.info: Dorfläden werden oft im Genossenschaftsmodell betrieben. Halten Sie das im Hoffeld für machbar oder ziehen Sie eine andere Lösung vor?
Gröll: Genossenschaftsmodell auf Basis der UG & Still macht auch hier einen großen Sinn.
degerloch.info: Wenn sich die Nachbarschaftswerkstatt Hoffeld dazu entschließt, einen Dorfladen zu etablieren, würden Sie das Projekt dann bis zur Eröffnung begleiten?
Gröll: Wenn das von den Bürgern gewünscht ist - gerne!
degerloch.info: Dorfläden sind ja nicht nur ein Ersatz für Einkaufsmärkte, sondern auch so etwas wie eine Kontaktbörse. Welches Gesamtkonzept, auch in Bezug auf das Sortiment, würden Sie für den Hoffelder Dorfladen empfehlen?
Gröll: Auf alle Fälle wird es eine Ergänzung zum vorhandenen Angebot geben. Das Gesamtkonzept wird anschließend zusammen mit dem Arbeitskreis, der im Oktober startete, genau erarbeitet.
degerloch.info: Was das Sortiment betrifft, sollte der Hoffelder Dorfladen keine Konkurrenz sein zum Nachbarn Frischkauf. Ist das überhaupt möglich?
Gröll: Ja, sogar erwünscht. Man will ja den Standort im Gesamten fördern und weiterentwickeln.
degerloch.info: Nichts geht ohne Investition. Mit welchem Betrag müssen die Dorfladen-Gründer im Hoffeld rechnen?
Gröll: Die Investitionssumme wird vom Standort und dem gewünschten Konzept abhängig sein. Hier wäre jede Summe zum heutigen Tag eine eher unseriöse Zahl.
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