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Immer hoch hinaus
von julian keller
degerloch.info: Hallo Frau Sand, zum Jahresende 2021 haben Sie sich aus dem "Atelier Backstube" in Degerloch verabschiedet, das Sie fünf Jahre zuvor mitgegründet haben. Was waren die Gründe für Ihren damaligen Ausstieg?
Heidi Sand: Nach fünf wunderschönen und erfolgreichen Jahren habe ich mich dazu entschieden, aus dem "Atelier Backstube" in Degerloch auszusteigen. Es gab mehrere Gründe für meinen Ausstieg. Zum einen hatte meine Vortragstätigkeit zugenommen, was viel Zeit in Anspruch nahm. Zum anderen gibt es familiäre Verpflichtungen, die meine Zeit stark beanspruchen. Ich nutze die Zeit für meine zwei Enkelkinder, unterstütze meine Schwiegermutter in ihrer Demenz und kümmere mich um meine jüngere Schwester mit Downsyndrom. Zusätzlich bildete ich mich fort und spürte, dass eine Veränderung notwendig ist. Aus diesem Grund konnte ich keine Workshops mehr geben. Dennoch sind meine Skulpturen weiterhin bei Ausstellungen in verschiedenen Materialien und Farbkompositionen zu sehen und zu kaufen, da ich nach wie vor künstlerisch aktiv bin und nach neuer Inspiration suche.
degerloch.info: Neben Ihrer Leidenschaft für die Bildhauerei spielt das Extrembergsteigen in Ihrem Leben eine wichtige Rolle. Wo waren Sie diesbezüglich seit ihrem Ausstieg aus dem "Atelier Backstube" unterwegs?
Heidi Sand: Seit meinem Ausstieg kann ich spontaner sein und verbringe so viel Zeit als möglich in den Bergen. Allerdings bin ich seit dem tragischen Tod meines Bruders vor drei Jahren vorsichtiger geworden und gehe nur noch bei absolut sicheren Verhältnissen los. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren tolle Skitouren und allerfeinste Kletterrouten gemacht. Ich konzentriere mich dabei auf weniger bekannte Gipfel, um Ruhe und Einsamkeit zu finden und dem wachsenden Zustrom in die Bergwelt zu entfliehen. Jede Tour ist für mich eine Belohnung und ich genieße jeden Atemzug noch mehr als früher. Insgesamt bin ich entspannter unterwegs und fühle mich wohl damit.
degerloch.info: Spielt in Ihren Planungen nach Mount Everest, Cho Oyu und Makalu ein weiterer 8000er eine Rolle?
Heidi Sand: Eigentlich hatte ich meiner Familie nach meiner Rückkehr vom Makalu versprochen, dass es das war mit den 8000ern. Drei Mal einen 8000er in drei Jahren zu besteigen und gleichzeitig drei Kinder zu haben, das hat gut gepasst und war eines meiner ganz großen Highlights. Allerdings muss ich zugeben, dass mich der Kangchendzönga immer wieder beschäftigt. Louis Stützinger ist dieses Jahr dort gestorben und das ist natürlich nicht gerade etwas, was meine Familie davon überzeugt, dass ich mein Versprechen loslassen sollte. Mal sehen, wie es weitergeht.
degerloch.info: Kommen wir zur Kunst. Kürzlich haben Sie Ihre Skulpturen in der Galerie Nieser in Degerloch präsentiert. Wie waren die Resonanzen in einer Location, die sonst hauptsächlich Fotos ausstellt?
Heidi Sand: Für Norbert Nieser war es das erste Mal, dass er Skulpturen in seiner Fotogalerie präsentierte. Für mich war es ebenfalls das erste Mal, dass ich neben den Skulpturen auch meine wenigen Leinwände zeigen konnte. Es bereitete mir große Freude den Gästen, die sich sehr interessiert zeigten, meine Kunst vorzustellen. Letztendlich waren wir auch mit den Verkaufszahlen zufrieden. Aufgrund der Resonanzen ist noch eine Finnisage geplant.
degerloch.info: Es geht hoch hinaus, das nächste Highlight lässt ja nicht mehr lange auf sich warten. Vom 26. bis 29. Oktober sind Ihre Kunstwerke und die der Malerin und Bildhauerin Isabel Kleinert in den Wagenhallen zu besichtigen. Wie kam es zu der dreitägigen Doppelausstellung an diesem besonderen Ort?
Heidi Sand: Isabel und ich kennen uns seit vielen Jahren und schätzen einander sehr. Unsere Kunst harmoniert einfach perfekt miteinander. Die intensive Farbgebung von Isabels Gemälden und die kraftvollen Skulpturen, die ich erschaffe, vermitteln eine klare Vision und viel Zuversicht. In den letzten Jahren haben wir unsere Werke erfolgreich einmal im Jahr gemeinsam an außergewöhnlichen Orten präsentiert. Mit den Wagenhallen haben wir uns nun einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Die Geschichte dieses Ortes, an dem einst Lokomotiven gewartet und gelagert wurden, sowie das inspirierende und lebendige Umfeld mit vielen anderen Künstlern machen die Wagenhallen zu einer absoluten Institution in Stuttgart.
degerloch.info: Sie haben ein "tolles Programm" zu der Ausstellung angekündigt. Das klingt nach Party - was dürfen die Gäste erwarten?
Heidi Sand: Wir wollen neben unserer Kunst allen Interessierten noch weitere Events bieten. Die Gäste dürfen sich auf eine Party-Atmosphäre freuen, bei der es um Musik und Dancefloor geht. Wir freuen uns auf bekannte und neue Gesichter. Bei Fragen können die Gäste Isabel oder mich sehr gerne kontaktieren oder einfach zu den Öffnungszeiten vorbeikommen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Ausstellung
Joyful and happy!
Heidi Sand + Isabel Kleinert
Do 26.10. - So 29.10.23
Wagenhallen Stuttgart
Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart
Abendprogramm mit Party
Freitag, 27.10.
17.30 Uhr: Beginn der Vernissage, Einführung Galerist Norbert Nieser
Und "let‘s dance!" Paul und Henrik Sand von "Party-Life-Balance“ legen auf
Samstag, 28.10.
18 - 22 Uhr: Mit dem Sound von Mr. Mac‘s Partyteam

