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Haag fordert Strobl-Rücktritt
von stephan hutt
Respekt vor großen Namen hatte er noch nie. Ob Verkehrsminister Winfried Hermann oder Innenminister Thomas Strobl - Friedrich Haag sagt (Bild), was er denkt. Und nach einem Besuch des Polizeireviers 4 in Möhringen, das auch für Degerloch, Sillenbuch, Plieningen, Birkach und Vaihingen zuständig ist, musste er feststellen, dass dort rund 23 Prozent weniger Polizisten im Einsatz sind als eigentlich vorgesehen. Das ergab die Antwort auf Haags Anfrage beim Innenministerium.
Der 35-Jährige bewertet das auch als großes Sicherheitsrisiko für seinen Heimatort Degerloch. "Die Antwort holt die unschöne Wahrheit ans Licht, die Minister Strobl mit aller Macht verstecken wollte: Die Stuttgarter Polizei hat ein echtes Personalproblem. Minister Strobl spielt jeden Tag mit der Sicherheit der Menschen in Stuttgart, denn so können schlichtweg weniger Polizeistreifen auf Degerlochs Straßen eingesetzt werden. Das darf kein Dauerzustand bleiben. Strobl muss sofort alle Hebel in Gang setzen, um dem entgegenzuwirken”, kommentiert Haag, der seit Mai 2021 für den Wahlkreis Stuttgart II zuständig und dort auch sehr präsent ist.
Auf den sieben Stuttgarter Polizeirevieren fehlen insgesamt 175 Beamte im Vergleich zu den Personalstellen, die laut Haushalt des Landes Baden-Württemberg vorgesehen sind. Auf dem Filderrevier in Möhringen sind von 161 Stellen derzeit nur knapp 130 besetzt. Haag kritisiert zudem, dass der Innenminister Auszubildende zu den Zahlen hinzugeschmuggelt habe. Die Azubis benötigen im Zweifelsfall aber noch Anleitung durch erfahrene Kollegen.
"Das größte Sicherheitsrisiko für Stuttgart und für Degerloch heißt Innenminister Strobl. Die Lage wird von mal zu mal schlimmer, mit jeder Nachfrage kommen mehr Zahlen ans Licht, die Strobl immer wieder versucht zu verheimlichen. Seine Glaubwürdigkeit hat er endgültig verspielt. Jetzt wird es höchste Zeit, dass er auch als Minister endlich zurücktritt. Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter brauchen einen Innenminister, auf den sie sich verlassen können und der sie nicht ständig versucht hinters Licht zu führen", sagt Haag, der neben seinem Landtagsmandat als Tankstellen-Unternehmer, Landwirt und in verschiedenen Ehrenämtern tätig ist.
Über kleine und große Sorgen der Menschen diskutieren und sich für eine Aufgabe engagieren - das hat Friedrich Haag schon von seinem Großvater gelernt, der ebenfalls in der Landespolitik tätig war und als Politiker kein Blatt vor den Mund genommen hat. So waren und sind die Haags - sagen, was man denkt!

