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Neue Flüwo-Zeiten
degerloch.info: Hallo Herr Böttcher, die Flüwo hat im Juli 2018 das Gebäude Löffelstraße 22 - 24 erworben. Wann erfolgt der Umzug ihrer Hauptverwaltung an diesen Standort?
Böttcher: Wir freuen uns auf den Umzug Anfang Januar. Genauer gesagt werden wir am 9.1. den ersten Arbeitstag in der Löffelstraße verbringen. Auch wenn die Nutzung der Außenflächen und Abschnitte der Tiefgarage noch einige Wochen überbrückt werden müssen, sind wir sehr zufrieden, dass sich die eingetretenen Verzögerungen durch Corona und unterbrochene Lieferketten bei Bauteilen in einem überschaubaren Rahmen halten.
degerloch.info: Außer der neuen Flüwo-Hauptverwaltung werden 800 Quadratmeter für Coworking bereitgestellt. Was versprechen Sie sich von dem Projekt?
Böttcher: Von Anfang an haben wir überlegt, wie wir das Haus für andere Nutzergruppen öffnen können. Denn vor dem Hintergrund der hybriden Arbeitsweise, die sich seit Corona etabliert hat, war klar, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze erkennbar vom Büro in die Wohnungen verlagert hat. Deshalb war Coworking von Anfang an ein wichtiger Bestandteil bei unseren Überlegungen zu einer erweiterten Nutzung.
Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass wir mit Dominik Schleicher und seiner Firma Frameworx einen Partner gewinnen konnten, der sich in Degerloch mit diesem Geschäftsmodell bereits etabliert und sich durch den Umzug in die Löffelstraße deutlich vergrößert hat. Mit ihm ist es nun gelungen, diesen Ansatz in der neuen Flüwo-Arbeitswelt zu realisieren - eine gemeinsame Arbeitsstätte für Menschen, die sowohl in einem Start Up-Unternehmen oder auch einem Dax-Konzern beschäftigt sein können. Mit Ullrich Pittroff Catering, einem guten Bekannten aus der Degerlocher Firmengastronomie, haben wir zudem den richtigen Partner für den Betrieb unserer gemeinsamen Kantine gefunden.
degerloch.info: Zur Flüwo gehört ja inzwischen auch die Fläche des Pier 51. Wird es an dieser Stelle weiterhin Gastronomie geben?
Böttcher: Mit dem Pier 51 haben wir alle Teilflächen in diesem Gebäudekomplex erworben und sind in den langfristigen Pachtvertrag mit dem Betreiber eingetreten. Wir freuen uns auf eine gute Nachbarschaft mit dem Pier 51 und sehen in dem dortigen gastronomischen Angebot die ideale Ergänzung zu unserem Versorgungskonzept.
degerloch.info: Mit dem Umzug verlässt die Flüwo den bisherigen Standort an der Gohlstraße. Dieser soll wie drei weitere Gebäude auf dem Areal zwischen Alb-, Straif- und Gohlstraße zugunsten von Wohnungsbau abgerissen werden. Der für 2023 geplante Baubeginn wurde auf 2025 verschoben. Was sind die Gründe für hierfür?
Böttcher: Gemeinsam mit Stadtpolitik und Stadtverwaltung wurde im Dezember 2018 ein städtebaulicher Wettbewerb abgeschlossen. Das im Anschluss eingeleitete Bebauungsplanverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Bislang liegen uns seitens der Stadtverwaltung keine verbindlichen Festlegungen vor, wann wir mit dem Abschluss dieses Verfahrens rechnen können.
degerloch.info: Wie weit ist die Entmietung der drei Wohngebäude fortgeschritten und werden die leerstehenden Wohnungen vorübergehend genutzt?
Böttcher: Seit 2017 sind wir mit den Bewohnern in enger Abstimmung. Gemeinsam mit unserem Sozialmanagement helfen wir bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Anfangs haben wir noch befristet vermietet. Seit Mai 2022 haben wir der Stadt Stuttgart Wohnungen für die Unterbringung ukrainischer Geflüchteter zur Verfügung gestellt.
degerloch.info: Die Flüwo hat außer dem Gebäude an der Löffelstraße im Jahr 2020 (?) auch die ehemalige Hauptverwaltung der Bauunternehmung Gustav Epple an der Heinestraße erworben. Welche Pläne gibt es hier für die zukünftige Nutzung?
Böttcher: In diesem Gebäude streben wir eine andere Form der Nutzung an. Sobald die gegenwärtigen Voruntersuchungen abgeschlossen sind und belastbare Ergebnisse vorliegen, werden wir hierzu weiterführend informieren.
degerloch.info: Im März 2019 erwarb ihr Unternehmen das Grundstück Schöttlestraße 20, dem aktuellen Standort der DRK-Bereitschaft Degerloch. Wie soll diese Fläche nach dem geplanten Abriss zukünftig genutzt werden?
Böttcher: Vertraglich sind wir bei Abriss und Neubau verpflichtet, der DRK-Bereitschaft eine alternative Unterbringung anzubieten. Die Liegenschaft ist voll vermietet und angesichts der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sehen wir bei diesem Gebäude keinen Zeitdruck. Fest steht jedenfalls, dass bei der weiteren Nutzung die gute Verkehrsanbindung und die Lagevorteile des Stadtteils eine wichtige Rolle spielen. Denkbar sind Business-Appartements oder Mietwohnungen. Red

