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Das große Jubiläum
von julian keller
Am 6. August 1948 war es soweit. Unter dem Namen "Gemeinnützige Flüchtlinge Wohnungsbaugenossenschaft Stuttgart eGmbH“ wurde das örtliche Unternehmen von Fritz Kleiner gegründet. Damit war die Satzung unterzeichnet, die Gründung der Flüwo vollzogen und ein neues Kapitel in der Geschichte des Wohnungsbaus in Stuttgart und im Südwesten von Baden-Württemberg aufgeschlagen. Bereits ein Jahr später folgten die Eintragung ins Genossenschaftsregister und die ersten Bauprojekte.
Das 75-Jährige Jubiläum feiert das Unternehmen mit seinen Mieterinnen und Mietern in Form von Nachbarschaftsfesten an den unterschiedlichen Flüwo-Standorten. Die Wohnbaugenossenschaft versteht sich heute als moderner Dienstleister, der seinen Mietern nach dem Motto "Gemeinsam kommen wir weiter" ein ständiger Begleiter in allen Lebenssituationen sein will. Das große Jubiläumsfest mit dem Mitarbeiterteam findet am 15. September auf einem Hofgut bei Bietigheim-Bissingen statt.
Pünktlich zum Jubiläumsjahr hat die Flüwo ihren neuen, modern konzipierten Standort an der Löffelstraße 22 - 24 bezogen. "Von Anfang an haben wir überlegt, wie wir das Haus für andere Nutzergruppen öffnen können. Vor dem Hintergrund der hybriden Arbeitsweise, die sich seit Corona etabliert hat, war klar, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze erkennbar vom Büro in die Wohnungen verlagert hat. Deshalb war Coworking von Anfang an ein wichtiger Bestandteil bei unseren Überlegungen zu einer erweiterten Nutzung", sagt Flüwo-Geschäftsführer Rainer Böttcher.
Mit Dominik Schleicher wurde ein Partner gefunden, der sich in Degerloch unter dem Namen "Profitable" mit Coworking bereits etabliert und durch den Umzug in das Flüwo-Gebäude mit seinem neuen Unternehmen "Frameworx" deutlich vergrößert hat. Mit diesem ist es gelungen, den Ansatz der neuen Flüwo-Arbeitswelt zu realisieren - eine gemeinsame Arbeitsstätte für Menschen, die sowohl in einem Start Up-Unternehmen als auch in einem Dax-Konzern beschäftigt sein können.
Trotz Umzug und neuer Arbeitswelt musste sich das Degerlocher Unternehmen schon länger dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie steigender Energie- und Mitpreise stellen. "Dazu kommen schlechte Rahmenbedingungen für Bauprojekte aufgrund komplexer Planungsverfahren, Mitspracherechte von Kommunen und Nachbarn, immer neuen Vorschriften zum Umweltschutz, Personalmangel in den Verwaltungen und fehlende Investitionsprogramme", erläutert Rainer Böttcher die aktuelle Situation.
Trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen ist Stillstand für die Flüwo keine Option. Das Thema Nachhaltigkeit genießt hohe Priorität, außerdem erfordern die hohen Energiekosten und die Pläne der Bundesregierung neue Konzepte und strategisches Denken. "Als verantwortungsbewusste Wohnbaugenossenschaft geht es uns nicht um Gewinnmaximierung. Für uns stehen die Schaffung von attraktivem Wohnraum, die Begleitung der Mieterinnen und Mieter in ihrer individuellen Lebenssituation sowie das soziale Engagement durch die Flüwo-Stiftung im Vordergrund", betont Finanzvorstand Benjamin Jutrzinski.
Und das soll auch die nächsten 75 Jahre so bleiben.
Weitere Infos:
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