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von Stephan Hutt

Vom Gärtner zum Illustrator

Der Weg ist das Ziel. Für Jürgen Raff war der Weg ein langer, bis er angekommen ist. Heute ist der gelernte Gärtner aus Degerloch als Karikaturist, Cartoonist und Buchillustrator tätig.
Vom Gärtner zum Illustrator

Jürgen Raff sitzt in der Wohnküche seines Häuschens in der Kleinen Falterstraße und blättert in der Mappe mit seinen Zeichnungen. Der Ehemann der Sängerin Myra Pienaar hat einen bewegten beruflichen Werdegang hinter sich. "Mein Vater hatte eine Maschinenbaufabrik, aber ich habe immer gesagt, ich möchte nicht unter einem Dach sondern lieber im Freien arbeiten", blickt der Vater von zwei Kindern zurück. Heute kümmert er sich nachmittags um Sohn Paul und Tochter Lisa, vormittags nimmt er Pinsel und Feder in die Hand und macht das, woran er große Freude hat - zeichnen und malen.

Den Weg zum häuslichen Treiben ermöglichte ihm seine Frau Myra, eine gebürtige Südafrikanerin, die neben ihren Engagements als Sängerin hauptberuflich im Marketingbereich einer Verpackungsfirma arbeitet. Und wenn sie abends oder am Wochenende irgendwo auf der Bühne steht, weiß sie, dass ihre Kinder gut versorgt sind. Die ersten Berufsjahre verbrachte ihr ebenfalls künstlerisch veranlagter Mann bei der Firma Hörmann, wo er eine Gärtnerlehre absolvierte. "Der Weg zur Ausbildung als Grafiker an der Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart war dann aber noch nicht der nächste Schritt. Zunächst musste ich noch die Bundeswehr hinter mich bringen", blickt Jürgen Raff auf die Zeit im Staatsdienst in bayrischen Gefilden zurück.

Der erste Schritt ins kreative Metier war allerdings ein Schuss in den bekannten Ofen. Stoll & Fischbach in Herrenberg war zwar eine angesagte Werbeagentur, aber zum Zeichnen und Malen kam er dort nicht, und unter kreativem Ausleben verstand der Degerlocher etwas anderes als Anzeigen auf Vorgabe zu setzen. "Da hat mir der Gärtnerberuf besser gefallen", bemerkt Raff, der dann in die Pflanzenwelt von Hörmann zurückkehrte und anschließend viele Jahre in einem Reiseunternehmen als "Mädchen für alles" tätig war. Gemalt hat er zwischendurch immer wieder, aber eben nicht mit der Konsequenz und Ausdauer wie heute. Die musste er erst finden, und so bringt er jetzt auch Dinge zu Papier, die nicht ganz so schräg und ausgefallen sind wie in früheren Zeiten.

Raff, der früher den Mitschülern in der Filderschule und im Wilhelms-Gymnasium ihre Hefte mit dem Stuttgarter Rössle vollmalte, beschäftigt sich heute hauptsächlich mit Karikaturen, Cartoons und Buchillustrationen. Zu den Kunden gehören verschiedene Verlage und Werbeagenturen. "Seit die Kids in der Schule und im Kindergarten sind, habe ich regelmäßig Zeit zum Malen", sagt der Kreative aus der Kleinen Falterstraße. Und es macht ihm sichtlich Spaß, das spürt man deutlich, wenn man seine Bilder betrachtet und ihm dabei zuhört. Da ist reichlich Leidenschaft im Spiel - und ohne die geht bekanntlich nichts im kreativen Bereich.

Kontakt: www.juergenraff.de

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