Ortsgespräch

von Stephan Hutt

Unveröffentlichte Geschichten

Gerhard Lang feierte am 18. August seinen 85. Geburtstag. Der ehemalige Erste Bürgermeister der Stadt Stuttgart machte aber auch als Buchautor auf sich aufmerksam. Zwei durchaus interessante Projekte wurden leider nie veröffentlicht.

Was seine Amtszeit als Erster Bürgermeister der Stadt Stuttgart betrifft, hat Gerhard Lang (Bild re.) eine beispiellose Karriere hingelegt. Aber Politik war nicht alles im Hause Lang - da ging es auch recht musisch zu. Dass Lang mit seinem inzwischen verstorbenen Berufs-, Partei- und Wohnortkollegen Hansmartin Bruckmann musizierte, ist ebenso bekannt, wie seine Tätigkeit als Buchautor.

An die Begegnungen mit Gerhard Lang muss ich immer wieder zurückdenken. An seine Spaziergänge, laufend mit dem Buch in der Hand und voll konzentriert auf Lesbares. Aber auch an die persönlichen Gespräche, deren Grundlage teils ganz spezielle Projekte waren, die leider nie konkretisiert wurden. Langs "Liebeserklärung an Degerloch", die drei DIN A4 Seiten füllt, ist eine Hommage an seinen geliebten Wohnort. Die Aufzeichnungen aus dem Jahr 2003 waren Anlass zu der gemeinsamen Buch-Idee "Degerlocher Ansichten". Mehrere stadtbezirksbekannte Autoren sollten wie Gerhard Lang ihre Eindrücke und Gefühle zu Degerloch verfassen - wozu es aus unterschiedlichen Gründen aber nicht kam.

Ebenso wenig schaffte es eine weitaus bedeutendere Idee auf den Buchmarkt. Nachdem Manfred Rommel mit seinen zahlreichen Publikationen der Deutschen Verlagsanstalt (DVA) zum Überleben verhalf, reifte zwischen Gerhard Lang und meiner Person die Idee, ein Buch über Manfred Rommel (Bild li.) zu veröffentlichen. "Unser Chef - Ehemalige Kollegen über Manfred Rommel" lautete der Titel, den wir dem ehemaligen OB nach seinem Bürgermeister-Stammtisch im Stuttgarter Ratskeller präsentierten. Große Begeisterung kam nicht auf, als wir ihm die Liste seiner früheren Kollegen vorlegten, die über ihren Ex-Chef schreiben sollten.

Manfred Rommel zog sich in dieser Angelegenheit ziemlich knitz aus der Affäre und sagte nur: "Ha, do muss i mei Frau fraga. Dess soll die entscheida". Wenig später brachte der Briefträger ein Schreiben in dem stand: "Mei Frau isch net so begeischderd von der Idee". Wenig später folgte noch eine handschriftliche Kurznotiz von Rommel mit dem Satz "Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie für meine Zurückhaltung gegenüber dem Buchprojekt Verständnis haben".

Nun ja, es blieb die unbeantwortete Frage, wer und warum im Hause Rommel letztendlich das Projekt verhindert hat. Wie auch immer, diese Buch-Idee schaffte es ebenfalls nicht in die Buchläden. Schade eigentlich!

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