Ortsgespräch

von Felix Reiser

Mit Herz bei der Sache

Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat er viel bewirkt - für Stuttgart und für seinen Heimatort Degerloch. Am Dienstag, den 7. April feiert Helmut Doka seinen 80. Geburtstag. 

Man kann von Sternzeichen und Horoskopen halten, was man will - aber manchmal bringen sie es exakt auf den Punkt. Menschen, die am 7. April geboren wurden, gelten daher als sehr gesellig mit einem warmen Herzen, weniger Ego und mehr Verständnis als die meisten Widder. Ihr Verstand ist einer Ihrer größten Vorzüge, da Sie ihn verwenden, um Kreativität und Charme zu zeigen. Treffender geht es kaum mit dem 7. April, wenn man es auf Altstadtrat Helmut Doka bezieht, der an diesem Tag seinen 80. Geburtstag feiert.

Der gebürtige Degerlocher, der auf der Waldau lebt, gehörte von 1976 bis 1989 und von 1992 bis 1994 dem Gemeinderat als Mitglied der SPD-Fraktion an. Zuvor war er viele Jahre Bezirksbeirat in seinem heimatlichen Stadtbezirk. Dokas politische Schwerpunkte waren die Themen Wohnungspolitik, Stadtentwicklung, Arbeitsplatzsicherung und Strukturwandel. "Meine Familie hat meine Ehrenämterei gelassen ertragen, und meine verstorbene Frau war stets ein guter Ratgeber", sagte der Geehrte, als er im Dezember 2016 für sein bürgerschaftliches Engagement von Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Ehrenplakette der Stadt Stuttgart verliehen bekam.

Doka, der hauptberuflich als Lehrer tätig war, hatte immer eine Leidenschaft für die Geschichte unserer Stadt und speziell für seinen Heimatort. Dies zeigt sich in seinen Funktionen als 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte Stuttgart (AgS) sowie als 1. Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Degerloch. Sein ehrenamtliches Wirken auf seine Tätigkeiten als Stadtrat und Mitarbeiter der Stadtgeschichte zu beschränken, wäre seinem Engagement allerdings nicht gerecht.

Doka und seinen Mitstreitern haben wir es auf Degerlochs Höhen zu verdanken, dass wir vor nahezu 40 Jahren vor einem Verkehrskollaps mit Naturinfarkt verschont blieben. Es waren der Degerlocher Stadtrat und seine Kollegen der "Bürgerinitiative gegen die Filderquerstraße" aus Hoffeld, Schönberg und Birkach, die sich tatkräftig dafür eingesetzt haben, dass dieses Wahnsinnsprojekt verhindert wurde. Die Filderquerstraße sollte im weitesten Sinne das Remstal mit der Singener Autobahn verbinden - mit fatalen Konsequenzen für Degerloch. Geplant war eine vierspurige Straße von Hedelfingen die durch das Ramsbach- und Weidachtal, den Ohnoldwald, das Hoftäle und die Hohe Eiche geplant war.

Gelobt wurde Doka damals von einem, der normalerweise nicht mit Lobeshymnen um sich schmeißt. "Des isch koi so a Triebel, wo den Berolina-Bunker für ein gelungenes Experiment hält. Ond koi Betobachel, wo alle die scheene Fachwerkhäuser abreiße will. Ond des isch koi so a Grasdackel, wo die letzte Äcker ond Wiese uff de Fildre zubetoniere will", äußerte sich einst der Degerlocher Historiker Gerhard Raff zu dem Filderquerstraßen-Verhinderer.

Sehr positiv erinnert sich auch Altstadtrat Klaus Rudolf (CDU) an seinen langjährigen Kollegen im Stuttgarter Gemeinderat: "Helmut Doka war trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit ein sehr angenehmer Kollege, mit dem gab's keinen Streit. Wir dachten beide parteiübergreifend und haben uns auch immer mal wieder auf ein Viertele im Vereinslokal der TSG auf der Waldau getroffen." Lob auf diese Art muss man sich verdienen - herzlichen Glückwunsch Helmut Doka!



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