Ortsgespräch

von Felix Reiser

Kampf ums Saunabad

Die Stadt zeigt bisher kein Engagement, um dem Luftbad-Verein auf der Waldau bei einer Lösung für das "Erste Stuttgarter Saunabad" behilflich zu sein. 

Die Zeit läuft, aber irgendwie läuft sie Jörg Englert auch ein bisschen weg. Der 1. Vorsitzende des Luftbad-Vereins Stuttgart kämpft engagiert um den Erhalt, die Sanierung, den Ausbau und die baldige Wiedereröffrnung des "Ersten Stuttgarter Saunabades", das zum Vereinsgelände auf der Waldau gehört. "Außer Betrieb" könnte man den Zustand nennen, seit die Familie Condé das 1948 erstellte Gebäude im vergangenen Jahr verlassen hat. Aber was nun?

"Wir haben einen Investor für Sanierung, Modernisierung und Anbau, aber der möchte Sicherheiten. Das Sportamt hat der Verlängerung des Erbaurechtsvertrages über 2027 hinaus sowie der vorgestellten Nutzung mit Erweiterung des Gewerbebetriebes im Erdgeschoss und Betriebswohnung im ersten Stock nicht zusgestimmt", sagt Englert. Der Grund für die Ablehnung lag darin, dass man im Sportgebiet keine Wohnraumnutzung möchte, obwohl es diese in mehreren Sportgaststätten gibt. Und ganz nebenbei: Das besagte Obergeschoss ist baurechtlich als Wohnfläche ausgewiesen. Auch dass ein privat betriebener Gewerbebetrieb eingerichtet werden soll, stört das Sportamt, obwohl das dort 30 Jahre lang der Fall war.
Außerdem ist der Erweiterungsbau für die Durchführung von Massagen notwendig, denn die vorgegebene bisherige Raumhöhe von 2,40 Metern ist nicht ausreichend, erforderlich sind 2,50 Meter.

Das Saunabad ist bei den Gästen und auch möglichen Pächtern nach wie vor sehr gefragt. Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold hält das gesamte Anwesen für ein "kleines Juwel auf der Waldau" und auch Stadtrat Joachim Rudolf spricht sich für einen Erhalt aus. Ferner wäre für die Zukunft geplant, den wöchentlich 240 Teilnehmern an Sport- und Gesundheitskursen der benachbarten Luftbad-Sporthalle den direkten Zugang zum Saunabad mit Massage und Physiotherapie zu ermöglichen.

Mit der Ablehnung der Stadt für das präsentierte Konzept könnte Englert noch einigermaßen leben, was er vermisst, ist ein Kompromissvorschlag um die Zukunft des Gebäudes und seine Nutzung zu erhalten. Und die könnte eben so aussehen, dass einem zukünftigen Betreiber Sicherheiten gewährt werden, die ihn davon überzeugen in das "Erste Stuttgarter Saunabad" zu investieren. Zum Wohle des Luftbad-Vereins, der Waldau, den Gästen - und auch der Tradition.

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