Ortsgespräch

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von Stephan Hutt

Ignorantes Verhalten

Sie kennen sich so langsam, die Mitarbeiter der Degerlocher Firmen, die Morgen für Morgen um neun Uhr die Post anfahren, um ihre Postfächer zu leeren. Die Fahrer von Hochland Kaffee, den Druckereien Scheufele und Imberger und vielen anderen. Sie haben es alle eilig, aber eines haben sie gemeinsam: Sie respektieren den Behindertenparkplatz, der ausschließlich für Behinderte zur Verfügung steht.

Wer einen dafür ausgewiesenen Parkplatz in Anspruch nehmen will, muss in Deutschland eine Sondergenehmigung beantragen und erhält dann den in der Europäischen Union einheitlichen blauen Ausweis. Dieser muss gut sichtbar im Fahrzeug ausgelegt sein. Auch ein grün-orangener Schwerbehindertenausweis reicht nicht aus, um dort zu parken, wo ein Schild mit Rollstuhlfahrer-Logo angebracht ist. Aber wen interessiert das schon?

Der Behindertenparkplatz der Deutschen Post in Degerloch ist zu bestimmten Zeiten dauerbelegt. Ohne blauen Ausweis. Aber nicht von Degerlocher Firmen, die tagtäglich improvisieren müssen, um kurzfristig einen Abstellplatz zu finden. Nein, es sind Privatpersonen, die auf recht ignorante Weise auf dem Platz parken, der für Schwerbehinderte mit besagtem blauem Ausweis gedacht ist. Wenn sich jene Ignoranten aus ihren Autos hektisch Richtung Postoffice auf den Weg machen, weil ihnen die Zeit mal wieder davonläuft, handelt es sich aber eher um Freizeit-Jogger als um Menschen, die das Schicksal getroffen hat. Oder ist das alles ganz anders? Dann hätte Degerloch allerdings eine verdammt hohe Quote an Behinderten.

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