Ortsgespräch

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von Stephan Hutt

Hoffen auf beste Lösung

Noch im Oktober fällt die Entscheidung, an welcher Stelle das Flüchtlingsheim auf der Waldau angesiedelt wird. Die Hoffnung auf einen bestmöglichen Standort bleibt.
Standortvorschlag Bezirksbeirat: Großfläche hinter Gazi-Stadion (li.), Standortvorschlag Stadtrat Rudolf: Sportplatz neben Waldhotel (re.)

Wenn es um die Ansiedlung eines Flüchtlingsheimes geht, ist kein Standort der richtige. Das zeigt sich derzeit auch deutlich in Degerloch. Der von der Stadt eingebrachte Tennenplatz der TSG Stuttgart für 306 Flüchtlinge auf der Waldau neben der Waldschule wird vom örtlichen Bezirksbeirat abgelehnt, weil damit der Bau der geplanten Sporthalle auf lange Zeit nicht realisiert werden kann. Hierbei geht es nicht um zwei, sondern eher um fünf Jahre und mehr, wie aus involvierter Quelle zu erfahren war.

Aufgrund seiner Ablehnung hat das örtliche Gremium einige Alternativen vorgeschlagen: den "Zentralen Platz" neben dem Gazi-Stadion sowie den angrenzenden Tennenplatz der Sportfreunde. Dafür sollen dem Waldau-Verein verschiedene machbare Ausweichmöglichkeiten auf den umliegenden Plätzen bei Eintracht, tus, ABV  und der Bezirkssportanlage geboten werden. Zu den Standort-Alternativen für das Flüchtlingsheim gehören auch der Rasenplatz der TSG Stuttgart am Georgiiweg mit dem gegenüberliegenden Kleinspielfeld sowie der zweite Betriebshof des Forstamtes am Guths-Muths-Weg.

Sehr kritisch und als nicht akzeptabel wird der Vorschlag gesehen, den Joachim Rudolf, CDU-Betreuungstadtrat für Degerloch am Schluss der letzten Bezirksbeiratssitzung einbrachte: den Rasenplatz zwischen Waldhotel und dem Veranstaltungszentrum Waldaupark, in deren unmittelbarer Nachbarschaft und an der gleichen Straße, nämlich dem Friedrich-Strobel-Weg, auch das Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins angesiedelt ist. Alle drei sind starke Publikums-Frequenzbringer. Durch die Ansiedlung eines Flüchtlingsheimes zwischen diesen drei Einrichtungen würde ein enormer sozialer Brennpunkt entstehen.

Man sollte bei dem Vorschlag auch bedenken, dass das Waldhotel mit einem Millionenaufwand zu einer 4-Sterne-Luxus-Adresse gemacht wurde. Die Nobelherberge ist nicht nur für Degerloch, sondern vor allem auch für die Stadt Stuttgart ein besonderes Aushängeschild. Ein Flüchtlingswohnheim in direkt angrenzender Nachbarschaft ist absolut nicht vorstellbar und würde die Existenz des Waldhotels bedrohen. Außerdem liegt der benachbarte Rasenplatz direkt am Wald, und laut Landesbauordnung müssen auch bei einer Containeransiedlung an dieser Stelle 30 Meter Abstand zum Waldrand eingehalten werden. Damit würde fast die Hälfte des Platzes für eine Bebauung entfallen.

Wie zu hören war, haben die Sportfreunde Stuttgart wenigstens etwas Verständnis geäußert, was den Standort "Zentraler Platz" und ihren angrenzenden Tennenplatz betrifft. Dafür müsste man ihnen schon jetzt einen Lorbeerkranz verleihen. Nicht so begeistert ist man von dem Standort bei den Stuttgarter Kickers. Ein Spiel der Blauen findet im Schnitt auf das ganze Jahr gesehen allerdings nur alle drei Wochen statt. Und wenn die Blauen zu ihren Heimspielen die neuen Nachbarn mit Freikarten ausstatten würden, könnten sie zukünftig bessere Besucherzahlen präsentieren. Nicht zu vergessen - der Verein würde sich ein Denkmal der ganz besonderen Art setzen.

Die Gremien des Gemeinderates bereiten ab 23. Oktober eine Beschlussfassung für den Waldau-Standort vor. Sie mögen für Degerloch die bestmögliche Entscheidung treffen!

 

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