Ortsgespräch

von Felix Reiser

Hobby und Geschäft

Öfter Mal was Neues: Fünf Black Angus Rinder der Gebrüder Haag bereichern seit kurzem die Degerlocher Landwirtschaft. 

Die Gänse auf dem Tegerhof von Friedrich (Bild li.) und Patrick Haag (re.) sind nach wie vor ein Hingucker, wenn man auf der äußeren Epplestraße unterwegs ist. Seit Anfang August haben sie allerdings Konkurrenz bekommen, was die Blicke der Passanten betrifft. Fünf tiefschwarze Black Angus Rinder bieten auf der Wiese nebenan nicht nur ein farbliches Kontrastprogramm, sondern ein neues Highlight in der Degerlocher Landwirtschaft. Die Bullen haben keine Hörner, sind relativ kurzbeinig und wachsen eher langsam - das macht diese Rasse so robust und das Fleisch sehr zart. Besonders in den USA sind die Black Angus Rinder aufgrund ihres fein marmorierten Fleisches sehr beliebt, was den Konsum desselben betrifft.

Patrick Haag läuft pfeifend mit einem Eimer voll Getreide aus dem heimischen Ramsbachtal in Richtung der kleinen Rinderherde, die das sofort aufmerksam registriert. "Haben die auch Namen?", frage ich seinen Bruder Friedrich. "Nein, aber eine Beziehung zu den Tieren, die sehr genügsam und zutraulich sind, hat sich trotzdem aufgebaut. Das sind ja keine Autos", sagt der 30-Jährige, der als Tankstellenbetreiber Tag für Tag jede Menge emotionslose Fahrzeuge mit Sprit versorgt. Die Gänse- und Rinderhaltung, die er mit seinem Bruder betreibt ist für beide "nicht nur Geschäft, sondern auch Hobby." Früh morgens und abends nach der Arbeit müssen sie nach den Tieren schauen.

Mit 600 bis 700 Kilogramm sind die fünf Bullen ausgewachsen, die von einem Biobauernhof in der Nähe von Trier ihre Reise nach Degerloch angetreten haben. "Sie sind zwischen 10 und 21 Monaten alt und können ab einem Alter von 24 Monaten geschlachtet werden", erklärt Friedrich Haag. Schlachtung und Verarbeitung ist nicht ihr Job, das erledigt ein Metzger aus der Region. Im Herbst steht die Prozedur zum ersten Mal an. Nach der Verarbeitung wird das Fleisch zunächst drei Wochen im eigenen Kühlraum reifen. "Das ist doppelt so lang als üblich und macht es noch aromatischer", erklärt Patrick Haag.

Vermarktet wird das Degerlocher Black Angus-Fleisch, genau wie die Gänse, im Direktvertrieb über die Tegerhof-Website sowie telefonisch. Das "Barbecue-Paket" mit Steaks, Würsten und Hamburger-Fleisch sowie das "Koch-Paket" mit Braten, Rouladen und Hackfleisch gibt es ab zweieinhalb Kilogramm zu einem Preis von 64 und 54 Euro. Einige Teilstücke, die nur in geringen Mengen zur Verfügung stehen, können auch einzeln erworben werden. "Die Preise sind angemessen, für vergleichbare Qualität bezahlt man an der Fleischtheke mehr", sagt Patrick Haag. "Das Interesse ist groß, man merkt, dass ein Umdenken hin zu regionalen Produkten stattfindet", ergänzt sein Bruder. Wenn jetzt Lust auf nachhaltige Degerlocher Fleischerzeugung geweckt wurde, sollte man nur eines bedenken - die Nachfrage ist groß.

Weitere Infos + Bestellung: Telefon 0711 23038958 + www.tegerhof.de

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