Ortsgespräch

von Guido Dobbratz

Sportliche, gesellige Senioren

Sie treffen sich bei Gymnastik und Geselligkeit, halten Leib und Seele zusammen und bleiben fit bis ins hohe Alter: die Sportgruppe Himmelsbach auf der Waldau.

Namensgeber vor 35 Jahren war einst Emil Himmelsbach, ein bekannter Leichtathlet der Stuttgarter Kickers. Er errang zahlreiche Titel über die Mittel- und Langstrecken bei den Württembergischen Meisterschaften und holte sich noch 1989 bei der Senioren-WM in Rom die Bronzemedaille im Marathon. Er war für sein Durchhaltevermögen bekannt, begeisterte mit seiner Gymnastik und Fitness und scharte immer mehr Gleichgesinnte um sich.

"Er war ein harter Hund und jagte uns oft im Ramsbachtal die Treppen rauf und runter", entsinnt sich Dieter Albrecht, der nach dem Tod von Emil Himmelsbach im Jahr 2005 im Alter von 96 Jahren neuer Übungsleiter der Sportgruppe auf der Waldau wurde. Im Winter wie im Sommer scharen sich dann Männer im Alter von 70 bis 92 Jahren um Albrecht, strecken, dehnen und verbiegen sich, absolvieren zumeist im Wald ihre Laufrunden. "Beweglichkeit, Balancegefühl und Kraft sind gerade im Alter wichtige Elemente und halten Geist und Körper zusammen", doziert der Übungsleiter. Und der bereits 80-jährige Klaus Käppler ergänzt: "Durch das vielseitige Training kann man den Alterungsprozess auf- und zurückhalten."

Käppler muss es wissen, denn er hat erst im vergangenen Jahr ein Buch unter dem Titel "Nach Jerusalem zu Fuß" geschrieben. Tatsächlich legte der Degerlocher in mehreren Etappen die Strecke nach Israel per pedes zurück und holte sich die Fitness dafür auch in den Übungseinheiten der Sportgruppe Himmelsbach. Ihr gehört er schon seit mehr als 30 Jahren an und er trifft sich mit den anderen Mitgliedern jeden Dienstagabend zur Geselligkeit und einem Viertele beim "Griechen im Grünen" auf der Waldau.

Das kommunikative Miteinander ist für den einstigen Sprinter Hans-Jürgen Felsen dabei genauso wichtig wie für Norbert Natter, den Ehrensenator der Universität Hohenheim. Er ist mit 92 Jahren das älteste Mitglied und hat schon 44 Mal das Sportabzeichen abgelegt. Gerade das jährliche Sportfest ist einer der zwei Höhepunkte im Ablauf der Gruppe. Dann können die Mehrkampfnadel erworben und das Sportabzeichen abgelegt werden. Wer diese Auszeichnung in Gold erhält, stiftet jeweils eine Flasche Wein. Die wird dann auch bei der Weihnachtsfeier getrunken, dem anderen Höhepunkt im Jahr. Dort sammeln die Sportler auch fleißig für die Aktion "Hilfe für den Nachbarn" und oft kommen bis zu 1000 Euro zusammen. Das ist auch ganz im Sinne von Emil Himmelsbach, der selbst noch vom Krankenbett aus und kurz vor seinem Tod zu reichlich Spenden aufgerufen hat.

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