Ortsgespräch

von Stephan Hutt

Flüwo gesprächsbereit

Das Unternehmen verweigert sich nicht, über den Anteil an Sozialwohnungen bei dem Neubauprojekt in Degerloch-West zu verhandeln. 

Trotz Protesten der Mieter und der Einschaltung des Stuttgarter Mietervereins laufen die Planungen der Degerlocher Wohnbaugenossenschaft für die städtebauliche Neuordnung des Grundstückes Gohl- und Straifstraße mit über 90 Wohnungen und Tiefgaragenplätzen weiter. Im April wird das Preisgericht tagen, dem neben mehreren Stadträten, freien Architekten und städtischen Mitarbeitern auch Brigitte Kunath-Scheffold angehört. "Es gibt Signale, dass die Flüwo Bereitschaft zeigt, den Anteil an Sozialwohnungen auf 30 Prozent zu erhöhen", sagt Degerlochs Bezirksvorsteherin.

Im Grunde hat die Wohnbaugenossenschaft aber immer noch die Handlungsalternative für die drei in die Jahre gekommenen Gebäude Straifstraße 11, 15 und 17 mit 78 Wohnungen, aber deutlichen Defiziten in Bezug auf Brandschutz, Außenfassade, Parkplätzen und Behindertengerechtigkeit im bisherigen Baurecht zu bleiben. Dann könnten die Baufenster für frei finanzierte Neubauwohnungen genutzt werden, die zu entsprechenden Preisen auf den Markt kämen. "Diese Lösung wäre für die Flüwo die wirtschaftlich beste Handlungsalternative, denn dann verbliebe das bisherige Büro- und Verwaltungsgebäude in seiner Grundstruktur am bisherigen Standort in der Gohlstraße", sagt Geschäftsführer Rainer Böttcher. Städtebaulich wäre diese Variante allerdings kein Zugewinn, sondern eher ein Desaster für Degerloch, denn es würden weniger Wohnungen und keine Tiefgaragenplätze entstehen.

Alternativ besteht jetzt in Degerloch-West die Chance für eine städtebauliche Neuordnung unter Berücksichtigung von SIM, dem 2014 vom Gemeinderat beschlossenen Stuttgarter Innenentwicklungsmodell für eine sozial ausgewogene und städtebaulich qualifizierte Bodennutzung in der Landeshauptstadt. SIM ist ein wichtiger Bestandteil des von Oberbürgermeister Fritz Kuhn präsentierten Konzeptes "Wohnen in Stuttgart". Damit sollen mehr Wohnraum und mehr Sozialwohnungen geschaffen werden.

Laut bisherigen Planungen würden in dem Bereich Gohl- und Straifstraße 10 Prozent Sozialwohnungen und 10 Prozent Wohnungen für mittlere Einkommensbezieher neu entstehen. Wirtschaftlich ist das für die Flüwo eher nachteilig, allerdings gut für Degerloch und positiv für den sozialorientierten Ansatz der Wohnbaugenossenschaft. Inzwischen wird aus dem politischen Raum vereinzelt eine Erhöhung über SIM hinaus auf 30 Prozent ins Spiel gebracht, wofür sich die Flüwo auch gesprächsbereit zeigt. Man sieht, das Projekt ist auf einem guten Weg - und der wurde auch den bisherigen Mietern aufgezeigt. Störungsmanöver des Stuttgarter Mietervereins sowie von einigen Lokalpolitikern sind aber eher kontraproduktiv für eine städtebaulich wichtige Planung für unseren Stadtbezirk.

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