Ortsgespräch

von Guido Dobbratz

Familiensache Eishockey

Vater Felix Rustige jagte einst beim EHC Stuttgart dem Puck hinterher, Sohn Gregor (31) ist als Manager bei den Bietigheim Steelers tätig.

Der in Degerloch aufgewachsene und in Hoffeld lebende Felix Rustige kam erst relativ spät durch die Überdachung der Stuttgarter Kunsteisbahn zum Eishockey. Einmal dabei zeigte er schnell sein Geschick im Umgang mit der Scheibe. Eishockey wurde auf der Waldau immer populärer und Rustige steuerte seinen Anteil genauso bei wie die damaligen Asse "Charly" Fischer, Max Feldmeier oder Torhüter Peter Schweigert.

Der EHC Stuttgart etablierte sich in der 3. Liga und einmal schaffte man sogar den Sprung in die 2. Liga. Der zuerst als Stürmer und später als Verteidiger agierende Rustige wurde zum Kapitän und Sprachrohr der Mannschaft, die vorwiegend gegen bayrische Teams antrat. Nachdem für den Diplom-Ingenieur dann der Beruf im Vordergrund stand, forcierte er im Sommer das Tennis beim TEC Waldau und brachte es auch dort zu beachtlichen Erfolgen. "Ich war mit Eishockey und Tennis ein typisches Kind der Waldau", berichtet der 72-Jährige nicht ohne Stolz.

Eishockey setzte sich in der Familie auch mit Sohn Gregor fort, der sein Talent als Torhüter zeigte und es relativ früh in die Auswahl von Baden-Württemberg schaffte. Sein Talent blieb auch den Lokalrivalen aus Bietigheim nicht verborgen. Mit 15 Jahren wechselte der Schüler des Wilhelms-Gymnasiums zu den Steelers. Dort durchlief er die Jugendmannschaften bis zur U20 und wurde mit den Steelers auch deutscher Juniorenmeister. Ein Jahr war er dann dritter Torhüter in der ersten Mannschaft, doch Gregor dachte nie an eine Profikarriere. Im Gegenteil, er forcierte sein Studium der Sportwissenschaften an der Universität Tübingen, absolvierte dort auch seinen Bachelor und sammelte erste Berufserfahrung.

Wie es der Zufall wollte, wurde dann die Stelle als Manager beim SC Bietigheim/Bissingen Steelers frei. Vor knapp drei Jahren übernahm der Degerlocher die Stelle und arbeitete sich schnell in das dortige Tätigkeitsfeld ein. "Ich musste und muss mich um die Gesamtentwicklung im Verein kümmern, bin für Presse, Marketing und die Geschäftsstelle zuständig und bin auch im engen Kontakt mit den Profis“, beschreibt der 31-Jährige seine Aufgaben.

Rustige jun. fasziniert vor allem der Nachwuchsbereich. Im besonderen Blickpunkt aber stehen die Profis der Steelers, die zuletzt dreimal den Meistertitel in der 2. Liga errangen und fünfmal im Finale standen. Ziel ist nun der Aufstieg in die DEL als höchste Liga, der aber erst 2021 möglich ist. "Eishockey ist in Bietigheim ganz groß", verkündet der Jung-Manager, der in seiner Freizeit gerne noch dem runden Leder bei den Stuttgarter Sportfreunden nachjagt. Der Ausgleich des Vaters besteht dagegen eher in Spaziergängen mit dem Hund im Ramsbachtal.

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