Ortsgespräch

von Felix Reiser

Ein Leben ohne Wecker

Über 16 Jahre hat Ingrid Lehmann auf dem örtlichen Bezirksrathaus die Arbeit von Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold begleitet. Ende des Monats geht die Degerlocherin vorzeitig in den Ruhestand. 

Ingrid Lehmann (Bild li.) freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. "Endlich kein Wecker mehr morgens, und tun und lassen können, was ich will", sagt die Verwaltungsangestellte, die zum 30. September ihren Arbeitsplatz im Vorzimmer von Rathaus-Chefin Kunath-Scheffold verlässt. "Auf den Wackel gehen, in den Besen oder auf Feste, ohne morgens früh rauszumüssen, steht ebenso auf dem Programm wie reisen", erklärt die Degerlocherin, deren Traumtrip nach Australien führen soll, nachdem sie schon ziemlich viel von der großen, weiten Welt abgeklappert hat.

Nach der Ausbildung bei der Stadt war Ingrid Lehmann 28 Jahre beim Amt für Wohnungswesen tätig, bis dieses mit dem Liegenschaftsamt zusammengelegt wurde und ihr Arbeitsplatz der Vergangenheit angehörte. "Zu diesem Zeitpunkt war in Degerloch die Stelle frei, und das war natürlich optimal für mich", sagt Lehmann, die bereits im Stadtbezirk wohnte und im April 2001 ihre Tätigkeit an der Seite von Bezirksvorsteherin Kunath-Scheffold mit Blick auf die Getränkehandlung Beilharz aufnahm. Von nun an hieß es Korrespondenzen und Telefonate erledigen, Protokoll führen im Bezirksbeirat, spezielle Aufgaben für Veranstaltungen erledigen, Büromaterial und Klopapier bestellen und vieles mehr.

Der Arbeit ihrer Chefin stellt sie ein gutes Zeugnis aus: "Sie hat viel für Degerloch erreicht und ich freue mich, dass ich dazu beitragen durfte." Geschätzt hat sie auch das Kollegium im "Weißen Haus" am Degerlocher Marktplatz sowie die vielen Leute, die sie durch ihren Job kennenlernte. "Die Degerlocher sind eigentlich sehr nett und es gibt viele interessante Menschen hier", blickt Ingrid Lehmann zurück, ohne die Highlights ihrer Amtszeit zu vergessen. Der vorübergehende stressige Umzug in die Jahnstraße als das Bezirksrathaus saniert wurde, die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten "100 Jahre Eingemeindung" im Jahr 2008, die ersten Vernissagen im alten Bezirksrathaus, als die Gäste bis auf die Straße standen sowie die Organisation vor Ort für zwölf anstehende Wahlen bleiben in besonderer Erinnerung.

Ab 1. Oktober wird die Ruheständlerin nicht mehr von ihrem Wecker ins tägliche Leben gebimmelt, dann wird Sebastian Feichtenbeiner auf ihrem Arbeitsplatz sitzen. Der 28-jährige Verwaltungsfachangestellte wurde von seiner Vorgängerin noch eingelernt und weiß inzwischen, wie das so läuft im Vorzimmer von Degerlochs First Lady. Jugendliche Ideen sind bei seiner Chefin jedenfalls gerne gesehen.

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