Ortsgespräch

von Felix Reiser

Die Rückkehr der Gänse

Das Interesse der Degerlocher war immens, was die Zukunft der landwirtschaftlichen Fläche der Familie Wais betrifft. In Zukunft dreht sich auf dem Tegerhof an der Äußeren Epplestraße alles um Gänse und Rinder. 

"Lokal, regional, optimal" - so könnte man das Konzept der Brüder Friedrich (Bild re.) und Patrick Haag (Bild li.) auf den Punkt bringen. "Lokal" steht zunächst dafür, dass sie als Degerlocher das örtliche Anwesen der Familie Wais erworben haben, nachdem deren Sohn Rolf als Betreiber der Landwirtschaft bei einem Verkehrsunfall in Rumänien im März 2017 ums Leben kam. "Lokal" steht auf dem neuen Tegerhof aber auch für die Aufzucht vor Ort von Black Angus Rindern und Gänsen, die seit dem Tod von Rolf Wais auf dem Freigelände an der Äußeren Epplestraße vermisst wurden.

"Um die lokale Verbundenheit mit Degerloch zu verdeutlichen, wollten wir für unseren Hof auch einen passenden Namen. Dieser leitet sich aus der Herkunft unseres Ortsnamens ab. Degerloch kommt schließlich aus dem altdeutschen Wort Tegerlohe und bedeutet so viel wie dichter Wald", gibt Friedrich Haag (30) einen kleinen Einblick in die Historie von Degerloch.

Das Futter für die Tiere und die jungen Rinder kommen von Bauern aus der Region - so viel zu dem Konzeptpunkt "regional". Unter "optimal" verstehen die Haag-Brüder, dass sie hier richtig gute Qualität anbieten wollen, deren Grundlage eine artgerechte Tierhaltung mit Futter ohne Gentechnik ist. Bestellungen für Gänse und Rindfleisch werden über die Website oder telefonisch abgewickelt, während die Abholung über den Tegerhof erfolgt.

Viel Arbeit hatten die Haag-Brüder und ihre Helfer zu leisten, bis die jungen Gänse vom gleichen Anbieter wie einst bei Rolf Wais nach zwei Jahren wieder angeliefert werden konnten. "Wir mussten viel aufräumen, putzen und neue Zäune anbringen", blickt Friedrich Haag zurück. Jetzt ist fast alles gerichtet, so dass auch die jungen Black Angus Rinder ab Sommer auf den Wiesen des Tegerhofs an der Äußeren Epplestraße weiden können.

Friedrich Haag ist Unternehmer, der zwei Großtankstellen in Stuttgart betreibt, außerdem engagiert er sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Degerloch-Hoffeld sowie bei der örtlichen FDP, für die er auch bei den Kommunalwahlen kandidiert. Sein Bruder Patrick (25), der sich ebenfalls bei den örtlichen Floriansjüngern engagiert, arbeitet im Einkauf bei Daimler und hat die übersichtliche und informative Website des Tegerhofes erstellt.

Bei so viel "Nebenschauplätzen" ist die Frage naheliegend, wie man es zeitlich schafft, noch qualitativ hochwertige Landwirtschaft zu betreiben. "Das geht schon, man muss es eben gut organisieren. Außerdem sind wir mit den Gänsen nur von Mai bis Dezember gefordert", sagt Friedrich Haag. Landwirtschaft war bei ihm und seinem Bruder eben schon länger gleichbedeutend mit Leidenschaft.

Weitere Infos: Telefon 23038958 + www.tegerhof.de

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Kommentar von Karin Stoll |

Zu dem Beitrag "Rückkehr der Gänse" - vom 13.5.2019

Hallo ihr beiden,

Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Da habt ihr euch viel Arbeit aufgehalst. Ich hätte eine Bitte! Gebt den Gänsen die Möglichkeit zu baden, (aufblasbare Planschbecken) Gänse brauchen das, und sollte der Sommer wieder so heiß werden so müsst ihr auch für Schattenplätze sorgen. Ihr habe dies immer als dringend erforderlich gehalten und auch mehrmals beim Wais angefragt ob er ihnen dies nicht ermöglichen könnte. Ich hoffe ihr habt die Bedürfnisse der Tiere eher im Blick und schaut nicht nur auf den Profit!

Karin Stoll

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