Ortsgespräch

von Emily Schwarz

Die mit den Hunden kann

Die Degerlocherin Juli Eicken lehrt Hundehaltern, wie sie Verantwortung für ihre Vierbeiner übernehmen.

Es gäbe klare Auflagen, wie Hunde im Ramsbachtal geführt werden dürfen - "und deshalb sehe ich hier eigentlich keine Grundlage für eine Diskussion", betont die Hundetrainerin zu der immer wieder aufflammenden Kontroverse zwischen Hundehaltern, Spaziergängern und auch Degerlocher Landwirten. Vielmehr ist ihr wichtig, dass "ihren" Hundehaltern, also ihren Kunden, klar wird, dass sie eine Verantwortung gegenüber dem Hund und der Gesellschaft übernommen haben. Will heißen: "Ein anderer darf nicht in die Lage gebracht werden, dass er Angst vor meinem Hund hat, weil er auf ihn zurennt. Wer sagt 'der tut nichts', kommt seiner Verantwortung nicht nach", erklärt Eicken und ergänzt: "Ein bewusster Hundehalter stellt sich ständig selbst in Frage.“

Mit dieser Einstellung kommt sie nicht bei allen gut an. Wenn die Grundhaltung nicht übereinstimmt, dann habe sie auch schon mal Kunden abgelehnt. Überaus zustimmend reagieren hingegen die meisten Jogger und Radfahrer auf Eicken und ihre Truppe. "Ich bekomme oft positives Feedback." Natürlich macht es auch Eindruck, wenn sich fünf Hunde auf Kommando nicht mehr vom Fleck bewegen und Blickkontakt zu Herrchen oder Frauchen halten. "Dabei muss ich aber auch immer wieder Diskussionen mit anderen Haltern führen, die ihre Hunde nicht abrufen können oder wollen", sagt die Degerlocherin, die auch schon länger in Australien lebte. Solche Hunde fange sie dann ab, übernehme das Kommando und versuche dem Besitzer ruhig, aber bestimmt klarzumachen, dass der Hund niemanden belästigen dürfe.

"Meine Kunden lernen nicht nur, ihrem Hund 'sitz' und 'platz' beizubringen, sondern auch souverän mit solchen Situationen umzugehen", sagt die Hundetrainerin, für die das Routine ist. Schließlich hat sie die Arbeit mit den Vierbeinern schon vor zehn Jahren zu ihrem Hauptberuf gemacht. Vor Kurzem legt sie ihre Tätigkeit für ein Jahr nieder, weil eine Genehmigung für das Training im Wald fehlte. "Theoretisch braucht jeder, der den Wald 'beruflich nutzt', diese Genehmigung. Ich kenne niemanden, der eine hat - die meisten wissen wahrscheinlich auch nicht, dass es überhaupt eine gibt", erzählt Eicken, die am Haigst wohnt.

"Dass die Mühlen der Bürokratie so langsam mahlen, hätte ich mir allerdings nicht träumen lassen", bemerkt die Hunde-Fachfrau, nachdem sie erfolgreich für ihre Erlaubnis kämpfte. Jetzt kann sie ganz legal mit ihren Kunden und deren Hunden im Wald arbeiten.

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