Ortsgespräch

von Emily Schwarz

Deutliche Kritik der Eltern

Im Wilhelms-Gymnasium fehlt es an Räumlichkeiten. Deshalb haben Eltern mit Nachdruck auf eine Lösung des Problems gedrängt.

Im Wilhelms-Gymnasium herrscht Platznot. Das macht sich in den zukünftigen fünften Klassen bemerkbar, indem nicht mehr alle Degerlocher Kinder in der örtlichen Schule aufgenommen werden können. "Jedes Kind, das in Degerloch wohnt, sollte auch die Möglichkeit haben, hier zur Schule gehen zu können", sagte Andrea Langer. Gemeinsam mit anderen Eltern schilderte sie auf einer der letzten Sitzungen dem Bezirksbeirat ihre Sorgen. Die Unsicherheit, ob das eigene Kind nun einen Platz bekomme oder nicht, sei sehr belastend, so die Mutter zweier Kinder, die derzeit noch die Filderschule besuchen. Ein Schulweg in andere Stadtbezirke, der mit Bus und Bahn bewältigt werden müsse, führe dazu, dass die Kinder, die sowieso schon lange Schultage hätten, noch weniger Zeit für Freizeitaktivitäten hätten. Außerdem würden dadurch nur "Müttertaxis" gefördert.

"Das Wichtigste ist die gelebte Gemeinschaft im Stadtbezirk, die gefährdet wird. Die Kinder kennen sich aus der Schule, dem Verein und spielen gemeinsam auf der Straße. Kinder, die in anderen Stadtbezirken zur Schule gehen, sind viel isolierter“, argumentiert Andrea Langer. "Die gute Infrastruktur und die Familienfreundlichkeit waren Gründe dafür, dass wir nach Degerloch gezogen sind", ergänzt Katja Hartung. "Es gibt Kindergartenplätze und das Vereinsleben ist toll. Aber dann gibt es plötzlich diesen Break, was die Schule angeht", so Hartung weiter.

"Der Bezirksbeirat ist in allen Punkten bei Ihnen", versichert Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold. Schließlich hatte sich das Gremium mit der Forderung nach mehr Räumlichkeiten bereits an die Stadtverwaltung und an das Schulverwaltungsamt gewandt und das Thema auf den ersten Platz der Prioritätenliste gesetzt. "Der Bezirksbeirat hat alles getan, was er tun kann", sagt Kunath-Scheffold. Nun sei es an den Bezirksbeiräten, innerhalb ihrer Fraktionen Druck zu machen und das Thema so im Gemeinderat voranzubringen.

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Kommentar von Brigitte Dier |

Zu dem Beitrag "Deutliche Kritik der Eltern" - vom 23.7.2017

Es war kurzsichtig, dass sich Grundschuleltern der Albschule und der Bezirksbeirat dem Vorschlag der Stadt Stuttgart widersetzt haben, eine gemeinsame Grundschule an der Filderschule anzusiedeln, um Platz für Realschule und Gymnasium zu schaffen. Schon damals war abzusehen, dass eben diese Grundschuleltern ein paar Jahre später für ihre Kinder einen Platz am Gymnasium in Degerloch einfordern werden.

Brigitte Dier

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