Ortsgespräch

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von Stephan Hutt

Der Schäfer vom Bruderrain

Aus einem Kinderwunsch wurde eine lange Tradition. Seit vielen Jahren hält der Degerlocher Gärtnermeister Heinz Tiedemann eine Schafherde im Bruderrain.
Heinz Tiedemann mit seinen Schafen

Ferien auf dem Bauernhof ist eine beliebte Art der Feriengestaltung bei Familien mit kleinen Kindern. Auch Heinz und Regine Tiedemann verbrachten vor etwa 15 Jahren den Urlaub mit ihren Söhnen auf diese Art. Und der kleine Max hatte auf dem Halderhof bei Isny so viel Spaß mit den Ziegen, dass der Papa seinem Sohn zuhause die Allgäuer Bergziegen Theo und Theresa auf die Wiese stellte.

„Ziegen gehen auf alles, was grün ist, Schafe fressen eher Gras”, erklärt Tiedemann, warum aus seiner kleinen Ziegenherde eine Schafherde geworden ist. Max ist inzwischen 17 und der Spaß an den Tieren ist anderen Interessen gewichen. Aber Tiedemann wollte auf seine Schafe der Rassen „Gehörnte Heidschnucken” und „Ouessants” nicht mehr verzichten.

Heidschnucken sind eine sehr genügsame Schafrasse, die aus den norddeutschen Heide- und Moorlandschaften der Lüneburger Heide stammen. Die Ouessants gelten als kleinste Schafrasse Europas. Sie stammen von der gleichnamigen Insel, die vor der bretonischen Küste im Atlantik liegt. „Ich sehe das mit meinen Tieren auch unter therapeutischen Gesichtspunkten, sozusagen als Beruhigung nach der Arbeit”, sagt der Gärtnermeister vom Bruderrain über seine Heidschnucken und Ouessants.

Es gibt aber auch andere Gründe für die Tierhaltung neben der Friedhofsgärtnerei. Die Schafherde grast die eigenen Wiesen und die der Nachbarn ab, und hin und wieder werden auch Tiere zur Schlachtung abgegeben. Die Herde soll ja nicht zu groß werden, denn in manchen Jahren sorgt der Bock dafür, dass bis zu sechs Lämmlein das Licht der Welt erblicken. Nachbarschaftshilfe ist dann schon mal angesagt. Nebenan in den Betzengaiern hält die Tierheilpraktikerin Kim Funk-Fritsch aus dem Allgäu ihre eigene Herde. Und wenn bei Tiedemann wieder Nachwuchs ansteht, kommt sie schon mal rüber und leistet Geburtshilfe.

Ob Hund, Katze, Ziegen oder Schafe – man merkt dass der Gärtnermeister nicht nur eine Vorliebe für Pflanzen und Blumen hat, sondern auch für Tiere. Schließlich sorgen diese auch immer wieder für Belustigung. So wie der Ziegenbock Theo. Der legte sich eines Tages in das Bett im Gartenhäusle des Nachbarn und hielt dort sein Schläfchen ab, während sich jener Nachbar nicht von seinen Bierchen im Waldheim Heimgarten trennen konnte. Auch das gibt’s im Bruderrain – neben Gärtnereien, Wiesen und Schafen.

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