Ortsgespräch

von Stephan Hutt

Der neue Holzkrug

Im Juli wird die Familie Cakmak den verwaisten Holzkrug neu eröffnen. Das genaue Datum steht aufgrund der Sanierungsarbeiten noch nicht fest.

Degerlocher dürfen sich freuen, bald präsentiert sich das Lokal in der Löwenstraße in neuem Glanz. Eine neue, geräumigere Küche wird installiert, die Wand zum bisherigen "Baby-Stammtisch" ist gefallen, Holzflächen und Polstergarnituren werden verschönert. Nach der Ära der Familien Bilic und Poljak wird der Holzkrug ein anderes Gesicht haben. "Wir wollten neben der Speisekarte auch im Ambiente neue Akzente setzen", sagt Tolga Cakmak (Bild re.), der das Lokal mit seiner Mutter Nebiye (Bild li.) und Onkel Mazlum führen wird. Wann das genau der Fall ist, hängt vom Verlauf der Sanierungsarbeiten ab, angepeilt ist Mitte bis Ende Juli.

Der Name Cakmak hat in Degerloch einen guten Klang. Das hängt vor allem mit der Freundlichkeit und der Qualität der Arbeit von Nebiye Cakmak in der Änderungsschneiderei der Familie in der Rubensstraße zusammen. "Ein eigenes Lokal war schon lange ein Traum von mir", sagt die 45-Jährige, die ihre zukünftigen Gäste mit einer kleinen Karte schwäbischer und mediterraner Gerichte verwöhnen möchte. "Natürlich mit einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis", sagt Sohn Tolga (25), der sich als früherer Finanzassistent bei der Deutschen Beamtenkasse um Finanzen, Büroarbeit, Organisation und den Service kümmert, während seine Mutter mit einer Köchin für die Qualität aus der Küche sorgt - und das zukünftig auch am Sonntag.

Nebiye Cakmak, die bisher mit ihrem Bruder Zülfükar die Änderungsschneiderei führte, kam 1989 aus Ostanatolien nach Deutschland und sammelte dann im Thermalbad in Bad Saulgau erste gastronomische Erfahrungen. Zehn Jahre später folgte der Schritt nach Degerloch, wo sich die Familie von Anfang an wohlfühlte. "Wohlfühlen sollen sich auch unsere Gäste, wir wollen gemeinsam viel Spaß haben", sind sich Mutter und Sohn einig. Die Vorfreude der Degerlocher ist groß, erste Reservierungen sind bereits eingegangen, auch von einem früheren Stammgast, der seinen gewohnten Platz an der Theke wieder beansprucht.

Die Entscheidung des Verpächters, wer nach den Poljaks das Lokal in der Löwenstraße bewirten darf, ist schnell gefallen, als die Cakmaks ihr Konzept vorstellten. Die meisten Interessenten wollten aus dem "Krug" einen Imbiss oder gar eine Shisha Bar machen. Döner und Wasserpfeifen schmeckten dem Verpächter allerdings weit weniger als schwäbisch-mediterrane Gerichte, die es zukünftig täglich ab 11 Uhr gibt. Die Degerlocher Holzkrug-Fangemeinde wird es ihm danken.

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