Ortsgespräch

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von Thomas Bruttel

Attraktivität erhalten

Sandra Herter (30) hat im April die Leitung der Werbegemeinschaft Degerloch übernommen. Wir haben der Vorsitzenden der Fachgruppe im Gewerbe- und Handelsverein (GHV), die für den Einzelhandel zuständig ist, einige Fragen gestellt.
Sandra Herter

? Frau Herter, was hat Sie bewogen den Vorsitz der Werbegemeinschaft Degerloch zu übernehmen?

Herter: Die Motivation den Ort und vor allem den Einzelhandel am "Leben zu halten". Jeder Stadtteil muss durch einen guten Branchenmix, durch Veranstaltungen und durch das Erscheinungsbild interessant bleiben. Ich möchte hier noch lange arbeiten und leben, es steckt wohl ein klein wenig Egoismus dahinter. Außerdem bin ich mit der Werbegemeinschaft aufgewachsen. Als kleines Kind war der Degerlocher Maimarkt das Größte für mich.

? Hat es eine Rolle gespielt, dass Ihr Stiefvater Stefan Sack das Amt zuvor ausgeübt hat?

Herter: Natürlich. Schon als kleines Mädchen war ich so bei Veranstaltungen und Aktionen in Degerloch dabei. Desto älter ich wurde, umso mehr war klar, wieviel Arbeit hinter solch einer ehrenamtlichen Tätigkeit steckt. Als er zum zweiten Mal den Vorsitz der Werbegemeinschaft übernahm, war ich die unsichtbare Hand, die ihm geholfen hat. Wenn er diese überhaupt gebraucht hat.

? Werden Sie von den Erfahrungen Ihres Stiefvaters profitieren?

Herter: Definitiv! Ich wachse gerade erst in die Aufgaben meines Amtes hinein. Er unterstützt mich, weist mich darauf hin, wenn ich etwas vergesse, kann mir sagen, wie alles laufen muss. Er hat natürlich auch andere Ansichten als ich. Wenn er mir diese schildert, denke ich daran, die Sache auch von einer anderen Seite zu betrachten. Unsere Positionen haben sich getauscht, aber die Unterstützung von ihm brauche ich noch.

? Die meisten Kolleginnen und Kollegen im Ausschuss der WG sind wesentlich älter als Sie. Vor- oder Nachteil?

Herter: Nachteil. Ich werde Ihnen niemals das Wasser reichen können, was sie an Wissen und Erfahrung gesammelt haben. Nein, Spaß beiseite, ich bin wahnsinnig froh, dass sie nach wie vor im Ausschuss dabei sind, mich unterstützen und mir Tipps geben können. Das ist, wie ich finde, viel wert und sehr wichtig!

? Sie vertreten den örtlichen Einzelhandel nach außen sowie im GHV Degerloch. Was sind Ihre wichtigsten Ziele und Aufgaben in der Zukunft?

Herter: Ich denke, das Wichtigste ist die Attraktivität unseres Ortes zu erhalten. Die Gemeinschaft stärken, zusammen etwas bewegen, sich gegenseitig unterstützen. Das sind gleichzeitig die Aufgaben und Ziele.

? Für den Herbst ist die Aktion Late Night Shopping im Gespräch. Was stellen Sie sich als flankierende Maßnahmen vor, um die Veranstaltung attraktiv zu machen?

Herter: In der dunkleren Jahreszeit kann man toll mit Licht arbeiten und so eine schöne, angenehme und einladende Atmosphäre schaffen. Wir wollen außerdem versuchen, in Kooperation mit Gastronomie und Weinhändlern für das leibliche Wohl und die Wärmung von innen zu sorgen. Wir müssen ja alle bei Kräften bleiben, um durch alle Geschäfte schlendern zu können.

? Der Degerlocher Sommer im letzten Jahr war nicht unbedingt ein Highlight. Wird es die Veranstaltung im Jahr 2016 erneut geben?

Herter: Da dachte man, man könne den Wettergott veräppeln, indem man eine Veranstaltung macht, die später stattfindet als der Maimarkt, aber er hat es noch gemerkt… Es ist immer schade, wenn so viel Aufwand betrieben wird, Stände aufgebaut werden, für Bewirtung gesorgt ist und einem dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Dies ist nicht der Grund, aber für nächstes Jahr ist der Degerlocher Sommer nicht geplant.

? Was plant die Werbegemeinschaft statt dessen, um im zweijährigen Rythmus zu bleiben. Gibt es wieder einen Maimarkt?

Herter: Das ist durchaus möglich. Die Werbegemeinschaft steht dem Maimarkt positiv gegenüber, aber wir müssen erst die Gespräche mit den örtlichen Handwerkern abwarten, die ja immer sehr viel zu dieser Tradtionsveranstaltung beigetragen haben.

? Was sind für Sie die vordergründigsten Probleme in Degerloch?

Herter: Immer wieder wird die Parkplatzsituation in Degerloch bemängelt. Wir können das jeden Tag von unserem Laden aus mit Blick auf den Parkplatz in der Felix-Dahn-Straße beobachten. Der Parkplatz ist komplett belegt, davor herrscht Chaos und die Leute in ihren Autos reagieren oft genervt. Es wäre schön, wenn sich da bald eine Lösung findet und die Menschen nach wie vor gerne zum Einkaufen nach Degerloch kommen. Wenn ich es mir recht überlege, ist es eigentlich schade, nach Problemen zu suchen, anstatt sich über das zu freuen, was man hat. Unser Ort ist toll und bietet sehr viele Möglichkeiten!

? Zum guten Schluss: Ich lebe in Degerloch weil…

… es mir die Talfahrt erspart! Ich kann hier alles für den täglichen Bedarf besorgen, bin sofort im Grünen, um mit dem Hund zu laufen und habe eine tolle Nachbarschaft. Ich denke, viel mehr braucht man nicht.

Ich arbeite in Degerloch weil…

… es schön ist, viele der Kunden zu kennen und immer wieder zu sehen. Die Anonymität, wie sie anderswo ist, wäre nichts für mich.


INFO
Sandra Herter
1985 Mai, geboren in Stuttgart
2002 Realschul-Abschluss Waldschule Degerloch
2002 Dreijährige Ausbildung zur Optikerin
2005 Einstieg bei Optik Thorausch
2009 Abschluss als Optikermeisterin
2009 Einstieg in Ausschuss Werbegemeinschaft Degerloch
2015 Vorsitzende Werbegemeinschaft Degerloch

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