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Fan-Frust bei den Blauen

Die Fans der Stuttgarter Kickers sind geschockt. Zurecht, denn die ganze Saison über war auf sie Verlass, in absoluter Treue haben sie ihre Blauen unterstützt. "Diese Unterstützung hatten wir zu Bundesliga-Zeiten nicht", blickt Ex-Profi Ralf Vollmer weit zurück. Nach dem verpassten Aufstieg in die Regionalliga braucht es jetzt ein vermittelbares, innovatives Konzept, damit die Fans in der kommenden Saison bei der Stange bleiben. Dazu gehören glücklichere Personalentscheidungen als jene von Sportchef Martin Braun, was die Zusammenstellung der Mannschaft sowie die Besetzung des Trainerpostens inklusive Spielidee betrifft.

Über die ganze Saison hinweg hat Coach Tobias Flitsch die teils erbärmlichen Auftritte seines Teams schöngeredet. "Mit der zweiten Halbzeit konnte man zufrieden sein", "ein ansprechender Auftritt" und im letzten Heimspiel gegen Röchling Völklingen konstatierte er gar "eine sensationelle Leistung" für einen mutlosen, deprimierenden Auftritt seiner Mannschaft. Die völlige Fehleinschätzung der gebotenen Leistungen, unglückliche Aufstellungen und Auswechslungen sowie wenig selbstbewusste Auftritte haben zu einer Abwärtsspirale geführt, die nach der Heimniederlage gegen Backnang nicht mehr aufzuhalten war. "Wir trainieren unter Vollprofi-Bedingungen, das wird am Ende der Saison unser Vorteil sein", verkündete der Trainer noch in der Winterpause. Eine weitere Fehleinschätzung, wie sich zeigte.

"Wir sind der HSV der Oberliga", sagte ein fachkundiger Fan nach dem deprimierenden Heimspiel gegen den Tabellenletzten Spielberg in düsterer Aussicht auf eine erneute Saison in der fünften Spielklasse. Mit einem reduzierten Etat beschreiten die Kickers einen schwierigen Weg, dem die treue Fangemeinde nur folgen wird, wenn das Ziel "Aufstieg" ausgegeben wird. Dazu braucht es einen leidenschaftlichen Trainer mit einer vermittelbaren Spielidee, eine Veränderung des Kaders mit jungen Talenten aus der A-Jugend und Verstärkungen aus der Region. Denn Spieler aus Erndtebrück, Stadtallendorf oder sonstwoher haben die Blauen nicht weitergebracht. Jetzt müssen die Verantwortlichen den völlig unnötigen Scherbenhaufen beseitigen und Zuversicht vermitteln. Fachkompetenz und ein glückliches Händchen sind gefragt. Denn nur dann werden die Fans wieder ihr Banner "(R)auf die Blaue" ausrollen.

So gesehen

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Kommentar von Martin Seitzer |

Zu dem Beitrag "Fan-Frust bei den Blauen" - vom 7.6.2019

Hallo liebe Kickers Fans,

ich leide selber mit der ganzen Situation. Sich jetzt kritisch zu äußern ist auch in Ordnung ...
Und dann muss es aber auch wieder mit blauem Herzblut weitergehen. Es ging doch über einige Jahre einiges schief, und da gilt es doch jetzt die richtigen Personen in die jeweiligen Positionen zu wählen.

Wenn sich Ralf Vollmer wirklich zur Verfügung stellt, dann wäre das ja schon ein riesiger Schritt. Aber klar ist, am Schluss funktioniert das, wie immer nur als kollektiv. Jugendspieler ist für mich der richtige Ansatz.
Und darum herum noch ein paar etablierte Spieler. Ein gut ausgebildeter Trainer wird auch zu finden sein.
Es wird ein harter aber gemeinsamer, und dann auch wieder ein erfolgreicher Weg.

Bleibt treu. Ich bin es auch. War selber Spieler der alten Generation. Und so hab ich es bei gebracht bekommen von den alten Hasen. Es geht wieder aufwärts.

Euer
Martin Seitzer

Kommentar von Fred Riether |

Zu dem Beitrag "Fan-Frust bei den Blauen" - vom 7.6.2019

Ob VfB oder Kickers - es ist das selbe Dilemma. Man hat einen Aufsichtsrat ohne Fußballkompetenz und das wirkt sich dann eben so aus, dass eine einzige Person für die Zusammenstellung der Mannschaft zuständig ist. Es gehört eigentlich zum ABC eines Profivereins, dass in entscheidenden Gremien Leute sitzen, die Ahnung von Fußball haben. Ein Mann wie Ex-Profi Ralf Vollmer würde den Blauen im Aufsichtsrat gut tun, denn dort sitzen ja ausschließlich Juristen und Finanzexperten.

Fred Riether

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