Ortsgespräch

von Emily Schwarz

Entscheidung naht

Vor einem Jahr wurde der "Verein Garnisonsschützenhaus - Raum für Stille e.V." gegründet. Die Haushaltsberatungen des Gemeinderats werden entscheiden, wie es mit dem Gebäude an der Dornhalde weitergeht.

An der Dornhalde hat sich einiges getan. Zunächst hat der Verein "Garnisonsschützenhaus - Raum für Stille" in dem Schuppen, der zu dem dreiteiligen historischen Gebäudekomplex gehört, klar Schiff gemacht, alle Abteile gesäubert und saniert. Wo sich einst Schießscheiben für die neun Schießbahnen befanden, konnten Besucher kürzlich drei verschiedene Ausstellungen besichtigen. Das Recht auf Nutzung hat der Verein aber nur noch bis Ende dieses Jahres.

Ein Großteil der Arbeit des Vereinsvorstands liegt auf den Schreibtischen der Stadträte im Stuttgarter Gemeinderat. Denn die Ehrenamtlichen haben gemeinsam mit dem Stuttgarter Architekturbüro Strebewerk, das spezialisiert ist auf die Restaurierung alter Gebäude, ein umfassendes Sanierungs- und Nutzungskonzept für das gesamte Gelände entworfen. Mitte Dezember, sobald die Haushaltsberatungen im Gemeinderat abgeschlossen sind, wird sich zeigen, ob die Arbeit Früchte trägt.

Reinhard Schmidhäuser, 1. Vorsitzender des Vereins, ist optimistisch: "Ich denke, es besteht eine sehr gute Chance.“ Schließlich hat der Verein viel Hirnschmalz in die Ausarbeitung des Konzepts gesetzt, das er Ende September fertiggestellt hat. Und so sieht es aus: Im Garnisonsschützenhaus selbst könnte eine Wohngemeinschaft für Studenten entstehen, die beim Betrieb eines Cafés mithelfen würde. Denn der Verein will an die Tradition anknüpfen und, wo einst eine Gastwirtschaft war, ein kleines Café eröffnen. Ein Angebot an Gastronomie entspräche laut Schmidhäuser auch dem Wunsch fast aller Besucher. Zudem könnte ein Raum mit Platz für bis zu 60 Personen für Veranstaltungen oder von Schulklassen genutzt werden.

Im zweiten Gebäude, dem Wach- und Wohnhaus, könnten Künstler des Rudolf-Sophien-Stifts wohnen und an sogenannter "Outsider Art", Kunst von psychisch Kranken oder Menschen mit Behinderung, arbeiten. Das Rudolf-Sophien-Stift wurde bereits als Partner gewonnen. Vor dem Wach- und Wohnhaus könnte ein Lehr- und Schaugarten eingerichtet werden. "Natur spielt auf der Dornhalde eine wichtige Rolle, sie bildet einen Gegenpol zum Stuttgarter Kessel", sagt Schmidhäuser.

Bei der Sanierung der Gebäude könnten Langzeitarbeitslose des Sozialunternehmens Neue Arbeit beschäftigt werden. Damit wäre nicht nur der sozialintegrative Ansatz erfüllt, es könnte für die Maßnahme außerdem eine Finanzspritze vom Land geben. Und die kann nicht schaden: Das Vorhaben der Gesamtsanierung würde, so schätzen die Architekten, mit etwa 2,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Mittel, die der Verein mit 60 Mitgliedern nicht stemmen kann. Die Stadt würde Eigentümer bleiben, während der Verein könnte als fester Partner für die Verwaltung verantwortlich wäre.

Weitere Infos: www.garnisonsschuetzenhaus.wordpress.com

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