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Halb, dreiviertel oder ganz

Kaum ein Monat vergeht, an dem die Anbindung des Gewerbegebietes Tränke an die B27 nicht diskutiert wird. Der halbseitige Anschluss mit zwei Abfahrtsrampen besteht seit vielen Jahren, aber diese Lösung ist für zahlreiche Unternehmen im Gewerbegebiet unbefriedigend. Auf Initiative der IHK haben 19 vorwiegend in der Tränke ansässige Unternehmen ein Schreiben an die Gemeinderatsfraktionen unterzeichnet, das den Wunsch äußerte, den Vollanschluss noch in den städtischen Doppelhaushalt 2018/19 aufzunehmen. Man kann nur hoffen, dass der Vollanschluss kommt und keine Dreivierteles-Lösung, wie von der CDU ins Gespräch gebracht, mit lediglich einer neuen Abfahrtsrampe ins Gewerbegebiet bei der Daimler AG. Am Mittwoch, den 13. Dezember wird der Gemeinderat über den Ausbau des Anschlusses entscheiden.

Seit vielen Jahren engagiert sich die Abteilung Industrie und Verkehr der IHK, um für ihre Degerlocher Mitglieder bessere Verkehrsbedingungen zu schaffen, die gleichzeitig auch noch die Ortsmitte des Nachbarortes Möhringen beruhigen. Dabei sind weniger die Kosten das ganz große Problem, sondern die begleitenden Verkehrsmaßnahmen, um den Degerlocher Ortskern bei der Realisierung des Vollanschlusses vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass sich seit dem letzten Beschluss gegen den Vollanschluss die Daimler AG mit einer Mercedes-Benz-Niederlassung angesiedelt hat. Zudem werden die Bauunternehmung Gustav Epple sowie das Amt für Abfallwirtschaft ihren Standort ebenfalls ins Gewerbegebiet verlagern und das Verkehrsaufkommen erheblich steigern. Nicht zu vergessen die Pkws, die täglich die Internationale Schule ansteuern.

Natürlich hat man sich auch bei der Stadtverwaltung über die geforderten begleitenden Maßnahmen des Vollanschlusses Gedanken gemacht, die bei einem Stau auf der B27 den Schleichverkehr durch Ortszentrum und Reutlinger Straße verhindern sollen. Die Sicherstellung eines flüssigen Verkehrsablaufs auf der B27 und der Jahnstraße gehört genauso dazu wie Ampellösungen im Gewerbegebiet und auf der äußeren Epplestraße Richtung Degerloch sowie eine Tempoverringerung in der Reutlinger Straße. Am 13. Dezember wird wieder mal über den von vielen schon lange geforderten Vollanschluss entschieden. Man darf gespannt sein, ob das heiße Eisen endlich realisiert wird.

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Kommentar von Wilfried Seuberth |

Zu dem Beitrag "Halb, dreiviertel oder ganz" - vom 7.12.2017

Entscheidend bei diesem Projekt B27-Vollanschluss ist die Tatsache, dass zuerst eine komplette Lösung für eine Verkehrsberuhigung in Degerloch geplant, getestet und umgesetzt sein muss. In dieser Reihenfolge. Einfach Geld für "begleitende Maßnahmen" bereit zu stellen genügt nicht. Wenn zuerst der Vollanschluss käme, wäre Degerloch verkehrstechnisch gesehen "tot", nichts ginge mehr.

Schon heute haben wir tägliche Rückstaus auf der äußeren, zum teil auch in der inneren Epplestraße und in der Reutlinger Straße. Eine Katastrophe wäre für die Tränke zu erwarten: Da wäre soviel Schleich- und Stau-Umfahrungsverkehr, dass die ansässigen Firmen wohl Stunden bräuchten, um überhaupt wieder "nach Hause" zu kommen.

Also: Nicht reden, sondern handeln - ein schlüssiges Verkehrskonzept für Degerloch. Und dann können wir auch beim B27-Vollanschluss handeln (nicht bloß reden).

Wilfried Seuberth, SPD Degerloch

Kommentar von Wilfried Seuberth |

Zu dem Beitrag "Halb, dreiviertel oder ganz" - vom 7.12.2017

Nachtrag zum Leserbrief vom 18.12.

Das Gleiche, das für den B27-Vollanschluss gilt, gilt übrigens auch für die Pläne zur Ansiedlung eines Aldi oder Mehrgenerationenhauses oder was auch immer in der Felix-Dahn-Straße: Der Verkehr würde dort "ex- und implodieren". Bevor also irgendwelche Planungen dafür gemacht werden, bedarf es vorher der Planung, Tests und Umsetzung eines schlüssigen Verkehrskonzeptes für Degerloch - erst dann kann man weiter sehen, was an dieser Stelle nötig oder möglich ist.

Wilfried Seuberth, SPD Degerloch

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